Protokoll der 3. Sitzung von PhilEuropa Lüneburg am 14.11.2018 (Aktivgruppe)

Treffen der Aktiv-Gruppe am 14. November 2018 – Protokoll

  1. Überlegungen zur Diskussionsgruppe

Diskussionen in der Philosophie-Gruppe

  • In den Diskussionen der Philosophie-Gruppe scheint teilweise der Fokus verloren zu gehen, weil sehr viele unterschiedliche Themen (teils auch bereits Besprochene) angesprochen werden. Dadurch können die Gespräche unpräzise werden und Themen können nicht tiefgehender und ausführlicher diskutiert werden. Bei der nächsten Sitzung (oder bereits in der Einladung dazu) soll es deshalb einen Hinweis geben, dass sich jede*r Einzelne selbst darum bemühen sollte, die Redebeiträge nicht zu lang zu gestalten und möglichst am Thema zu bleiben, damit das Gespräch konstruktiv verläuft.

Bekanntheitsgrad und Zielgruppe

  • Eine Sorge besteht darin, dass durch größere Bekanntheit mehr Menschen zur Philosophie-Gruppe kommen können, die kein Seminar bei Herrn de Angelis besucht haben und deshalb die philosophischen Begriffe nicht im gleichen Sinn verwenden, sodass es zu einer Art Verlust der Begriffe kommt.
  • Eine Lösung bzw. Kommentar dazu: Teilnehmer*innen, die kein Seminar von Herrn de Angelis besucht haben, sind nach wie vor willkommen. Es soll ein Glossar auf der Internetseite www.phileuropa.de geben, das die Begriffe erklärt. So können neue Teilnehmer*innen sich vorbereiten und auch Leute, die schon lange dabei sind, können Begriffe und Definitionen nachschlagen.

Medien und Kommunikation nach außen

  • Die Philosophie-Gruppe soll mehr nach außen kommunizieren und Inhalte veröffentlichen.
  • Dazu hat Anna Bringmann eine Facebook-Seite erstellt (vorläufiger Titel „Philosophie für alle“), auf der Inhalte und Links zu Protokollen und Videodateien geteilt werden sollen. Die Einladungen zu neuen Treffen sollen nicht dort veröffentlicht werden. Die Facebook-Seite wird zeitgleich mit neuen Einträgen auf der Phileuropa-Seite aktualisiert.
  • Möglich wäre auch, dass alle Mitglieder Zugriff auf die Facebook-Seite bekommen und auch Beiträge zu anderen, relevanten philosophischen/politischen Themen dort gepostet werden können.
  • Es soll einen weiteren YouTube-Kanal geben, auf dem Videos der Philosophie-Gruppe hochgeladen werden. Dabei soll es jeweils ein Video eines Vortrags und anschließend weitere Videos der Diskussion geben. Die Videos sollten nicht zu lang sein und mit einer Beschreibung bzw. einen kurzen Infotext versehen sein.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, Audiodateien der Sitzungen auf Spotify zu veröffentlichen.
  • Insgesamt ist es wichtig, Inhalte weiter zu verbreiten und bekannt zu machen. Bei der nächsten Sitzung der Philosophie-Gruppe soll deshalb einmal auf alle Facebook-/Internetseiten und sonstige Präsenz hingewiesen werden, damit alle Mitglieder davon wissen. Diese können dann den Gruppen beitreten, daran teilhaben und die Inhalte weitertragen.
  1. Überlegungen zur Aktivgruppe 

Aktiv-Gruppe

  • Es besteht die Idee, neben der Philosophie-Gruppe eine weitere Gruppe zu gründen, die kleiner ist und sich damit beschäftigt, in konkreteren Projekten und nach außen hin aktiv zu werden.
  • Dabei kann es sich um Projekte wie eine Zeitschrift, politisches Engagement, aber auch Diskussionen und Gespräche usw. handeln.
  • Dabei sollen alle Mitglieder die Möglichkeit haben, kleine Beiträge zu leisten, weil viele Leute nicht sehr viel Zeit für weiteres Engagement aufbringen können.
  • Insgesamt soll es ein Vorgehen Schritt für Schritt geben, das kontinuierlich vorankommt, aber nicht überhastet oder überfordernd ist.
  • Die Treffen sollen nicht regelmäßig zu einem festen Termin, sondern nach Bedarf, konkretem Anlass und Absprache stattfinden. 

Gründung einer „philosophisch-wissenschaftlichen Partei/Bewegung“

  • Aktuell existierende Parteien haben, verbreiten und handeln nach Teilwahrheiten. Die Philosophie könnte diese Teilwahrheiten zusammenbringen, und das Beste aus allen finden und vereinen. Deshalb bräuchte es eine philosophisch-wissenschaftliche Bewegung, die diese Verbindung schaffen kann.
  • Es soll (im Jahr 2019?) eine internationale/europäische philosophische Partei eingetragen werden. Sie soll wissenschaftlich und nicht ideologisch sein und nicht im Interesse einer bestimmten Gruppe oder Klasse, sondern im Sinne aller Menschen handeln.
  • Vor und bei der Bildung dieser Partei soll nichts überstürzt werden. In der Politik-Gruppe geht es zunächst darum, Inhalte und mögliche Statute zu durchdenken und zu besprechen. (Ist es überhaupt möglich und sinnvoll, eine Partei zu gründen? Wie könnte diese konkret aussehen und funktionieren? Wie könnten die Grundsätze lauten?)

Es gibt mehrere europäische Parteien, beispielsweise VOLT und DiEM25. Der Ansatz wirkt vielversprechend, aber den Parteien scheint es an Grundsätzen und auch an konkreten Ideen zu fehlen. Die Politik-Gruppe könnte versuchen, mit diesen Parteien ins Gespräch zu kommen.

  • [Als weit entferntes Ziel wäre es, statt Gründung einer eigenen Partei, auch möglich, das Statut für eine dieser Parteien zu schreiben].
  • Zunächst hat die Politik-Gruppe vor, dass sich alle ein wenig über VOLT und DiEM25 informieren und beim nächsten Treffen über die Inhalte und Ideen diskutieren.

 Finanzierung

  • Zur finanziellen Unterstützung ihrer Aktivität kann die Politik-Gruppe sich um Förderung durch Stiftungen bemühen. Es besteht die Idee, gemeinsam Bewerbungstexte zu formulieren und an passende Organisationen und Programme zu verschicken.

Philosophische Zeitschrift

  • Eine weitere Idee ist es, eine philosophische Zeitschrift von und für Studierende zu gestalten. Sie würde in deutscher und italienischer Sprache sein und von Studierenden verfasste Beiträge enthalten.
  • Jede Ausgabe sollte ein bestimmtes philosophisches bzw. politisches Thema haben, z.B. die Anerkennung, die Idee eines Weltstaats (oder auch Themen wie die Sustainable Development Goals aus philosophischer Sicht).
  • Die Ausgaben können (zunächst) eher selten erscheinen, z.B. einmal pro Semester oder pro Jahr, damit die Fortsetzung nicht zu eilig wird und ausreichend Beiträge gefunden werden können.
  • Mögliche Inhalte wären: Kurzfassungen von Hausarbeiten, Texte von Studierenden oder auch Mitgliedern der Philosophie-Gruppe, ein philosophischer Kalender, Cartoons…
  • Insgesamt soll die Zeitschrift nicht hochwissenschaftlich, sondern allgemein verständlich gehalten werden und ein entspanntes Layout haben. Auf Deutsch verfasste Texte würden von Herrn de Angelis und anderen Mitgliedern der Gruppe ins Italienische übersetzt werden.

(Ada Huntebrinker)

 

Protokoll der 16. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg am 13.11.2018 (Diskussionsgruppe)

Protokoll des 16. Treffens von PhilEuropa Lüneburg
(Diskussionsgruppe)

Dienstag, den 13.11.2018 (19:30-22:00 Uhr)

Leuphana Universität, Lüneburg

Die 16. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg beginnt mit einem Vortrag von Emina Hupe über ihre Hausarbeit mit dem Titel „Philosophie der Zukunft. Der Mensch als vernünftiges Gefühlswesen“.  Zu Beginn thematisiert sie den Dualismus, der unsere Gesellschaft so sehr prägt. Hier arbeitet sie verschiedene Kategorien aus: Entfernung des Menschen von der Natur, zwischenmenschliche Trennung, Trennung von Gefühl und Verstand und wie dieser Dualismus auch Anwendung in der Wissenschaft findet. Diese Dualismen stellen immer eine Unterscheidung in zwei getrennte Einheiten dar. Sei es eine Trennung in Subjekt und Objekt, Ursache und Wirkung, innen und außen, oder eben in Gefühl und Verstand. Jener letzte Dualismus fällt heutzutage meist zum Vorteil des Verstandes aus, der sehr hochgehalten wird und als erstrebenswertes Leitprinzip gilt. In dieser Entwicklung spielte die Aufklärung einen wichtigen Katalysator dar.

Diese Trennung kann jedoch auch gefährlich sein für Menschen, wenn sie zum Beispiel für militärische Zwecke instrumentalisiert wird. Beispielsweise werden die Gefühle weitestgehend aus der Gleichung genommen, wenn ferngesteuerte Kampfdrohnen eingesetzt werden, oder Menschen nur noch als Zahlen gesehen werden. Emina Hupe arbeitet daraufhin ein Verständnis von Philosophie heraus, als eine Wissenschaftsdisziplin, die die Trennungen zwischen den anderen Disziplinen überbrücken kann und sollte. Als „Liebe zur Weisheit“ sollte sie jedoch auch den Dualismus von Gefühl und Verstand überwinden und diese in der Vernunft vereinen, da Weisheit mehr als reines Wissen ist.

Anschließend leitet sie eine Diskussion ein, zu der Frage, welche Bedeutung Gefühle heute für den Menschen haben, welche Bedeutung haben sollten und ob es richtig ist, den Verstand-Gefühl-Dualismus zugunsten des Verstandes auszulegen. In der Diskussion werden zahlreiche Aspekte und verschiedenste Argumente genannt. Zum einen wird auf die Rolle des Kapitalismus und die Folgen der Entfremdung, wie Marx sie darlegte, hingewiesen und dass die Massentierhaltung als eine Folge gelten kann, sowie die Entkopplung des Finanzwesens. Auch auf die Abhängigkeit der Frage danach, welches Prinzip – Verstand oder Gefühl – unser Handeln leiten sollte, von dem Lebensbereich abhängig sei. In der Ethik beispielsweise, stellt sich die Frage ob man eine Beurteilung über falsch und richtig, bzw. gut und schlecht, überhaupt treffen könnte oder ob es schließlich doch nur eine Kostenaufrechnung sei. Diese Frage ist auch vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und Technisierung interessant, z.B. in der Frage, wie autonom fahrende Fahrzeuge in einer unvermeidbaren Unfallsituation „entscheiden“ würden. Eine Tatsache, die sich nicht leugnen ließ, ist, dass der Mensch letztendlich aber aus Gefühl und Verstand besteht, sich dies nicht ändern oder trennen lässt.

Emina Hupe weist daraufhin, dass Gefühle in allen Lebensbereichen eine Rolle spielen und auch eine wichtige Komponente spielen. In ihrer Hausarbeit hat sie sich eher mit positiven Gefühlen befasst und stellt die These auf, dass negative Gefühle auch positiv gedeutet werden können: als ein Warnsystem, da Gefühle auch sehr viel ursprünglicher und schneller sind. Häufig erkennen wir die Warnzeichen jedoch erst retrospektiv. Der große Nachteil ist, dass sich Gefühle manipulieren lassen, weshalb wir uns oftmals von ihnen distanzieren. Sind wir nicht im Gleichgewicht, verleiten Gefühle meist zu schlechten Entscheidungen. Diesem könnte man vielleicht entgegenwirken, wenn ein Umgang mit Gefühlen Teil der Schulbildung würde. Man kann argumentieren, dass Gefühle alle Urteile, die wir fällen, beeinflussen. Auch Richter, so die These, verlässt sich nicht nur auf die Gesetze, da er um die Begrenztheit der Gesetze weiß. Daraus ergab sich die Frage, ob Gesetze dem Verstand „entspringen“ oder aus dem Gefühl. Dem Gesetz zu gehorchen bedeutet ja aber oftmals, gefühlsbasiertes bzw. impulsives Verhalten zu unterdrücken.

Insgesamt scheint es, dass Gefühle unvermeidlich zu unserem Leben gehören. Sie können ein spaltendes Element, aber auch ein verbindendes sein. Wichtig ist, sich seiner Gefühle bewusst zu sein und auch Verantwortung zu übernehmen. Doch auch seiner Gedanken muss man sich bewusst werden, auch, dass man häufig einen Gedankenpfad wieder und wieder benutzt oder zu vorschnellen Urteilen kommt. Durch gründliche Reflektion und Bewusstmachung innerer Vorgänge, liegen sowohl in Gefühlen, als auch im Verstand, sowie in der Kombination der beiden großes Potential. Der Gedanke kam auch auf, ob eine Revolution, die der Beginn eines Weltstaates sein könnte, ohne Gefühle stattfinden würde? Wäre die Französische Revolution passiert, ohne, dass Gefühle im Spiel gewesen wären? Dies fordert heraus, nochmal die Rolle von Gefühlen in unserer Gesellschaft zu überdenken und nicht gleich dem reinen Logos das Feld zu überlassen.

(Paula Gürtler)

Erfolgreicher Start beider Philosophieseminare fürs Leuphana-Semester 2018-19!

Die ersten 2 beider Seminare sind ähnlich, d.h. es wird darin die Welt- und Menschenauffassung präsentiert, wie aus den wichtigsten philosophischen Theorien abzuleiten ist und heute als noch gültig und ‚letztbegründet‘ gehalten werden kann.

(Forschungshinweis: Begriff ‚Letztbegründung‘)

Es handelt sich um die Auffassung, die den Inhalt des Buches Philosophie für alle (1.0)  Manifest für die philosophische Identität des europäischen Volkes bildet.

In der ersten Sitzung sind die Inhalte der Kapitel (im Buch: Lektionen) 1 und 2 behandelt worden. Darin wird den Begriff der Philosophie als ‚Wissenschaft der Weisheit‘ nach Kant definiert (Lektion 1) sowie das Verhältnis der Philosophie zu Religion und Einzelwissenschaften erläutert (Lektion 2).

(Forschungshinweise: Kant über Weisheit und Begriff ‚Philosophie als Weisheit im allgemeinen; Hegel über Identität von Philosophie und Idealismus)

Parallel zu diesen philosophischen Gedanken hat man sim Unterricht zusammen mit den Studierenden über das Verhältnis von Philosophie und Digitalisierung überlegt und diskutiert.

Die Studierenden haben ein reges Interesse für die behandelte Problematik gezeigt, viele wichtigen und interessanten Fragen gestellt, und dadurch sehr geholfen, die vier Stunden Seminars lebhaft zu gestalten. Am Ende waren  alle müde aber auch sicher davon bewusst, die Zeit sinnvoll genutzt zu haben.

Am kommenden Montag den 12.11. geht es mit der 3. Sitzung beider Seminare weiter. Die Thematik wird immer spannender und die Diskussion mit den Studierenden mit Sicherheit auch. Wir nähern uns langsam aber sicher zur Theorie der objektiven Wahrheit der Philosophie und der Wissenschaft.

Den Studierenden stehen die Audioaufnahmen beider Sitzungen zu Verfügung. Sie können per Mail an die Adresse marco.deangelis@leuphana.de  angefordert bzw. vor dem Seminar aufs Stick kopiert werden.

Wir wünschen allen Teilnehmern eine spannende 3. Sitzung!

(Dr. Marco de Angelis)

Protokoll der 15. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg am 30.10.2018

Protokoll des 15. Treffens der Philosophiegruppe Lüneburg
Dienstag, den 30.10.2018 (19:30-22:00 Uhr)
Leuphana Universität Lüneburg

Die 15. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg wird eröffnet durch einen Vortrag von Ada Huntebrinker über ihre Hausarbeit mit dem Titel „Eine philosophische Kritik der Agenda 2030 – Inwiefern können die “Sustainable Development Goals” der Beginn eines “Weltstaats” sein und zu Frieden und internationaler Zusammenarbeit beitragen?“  Ausgehend von Immanuel Kants, Georg W. F. Hegels und Marco de Angelis‘ Überlegungen, legt sie eine theoretische Grundlage für das Konzept eines Weltstaates. Während Kant einen Weltstaat als die Voraussetzung für weltweiten Frieden versteht, sieht Hegel ihn als eine Utopie und sogar als ein Hindernis für Fortschritt. Beide sind sich jedoch einig, dass die Verbindlichkeit auf einer so hohen Instanz fehlen würde, um einen Weltstaat zu gründen. Dagegen plädiert Kant für einen ‚Völkerbund‘, während Hegel die internationalen Beziehungen (Traktate usw.) als die höchste Stufe der Politik auf internationale Ebene ansieht. Marco de Angelis, der aus der heutigen Zeit hinaus argumentiert, kommt zu dem Schluss, dass die Gründung eines Weltstaates heute, mit internationalen Organisationen wie z.B. der UN und der starken Europäischen Union, nicht mehr so weit davon entfernt ist.

Im weiteren Verlauf des Referates untersucht Ada Huntebrinker die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen auf die Frage hin, ob sie ein erster Schritt hinsichtlich eines Weltstaates sein können. Dafür spricht, dass alle Mitglieder der Vereinten Nationen sich verabredet haben, also eine umfassende internationale Zusammenarbeit dahintersteht. Die Ziele selbst versprechen Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Doch bei genauerer Untersuchung wirken sie schnell wie leere „Symbolpolitik“ mit geringer Verbindlichkeit. Verantwortungen werden häufig nicht genannt, Ursachen werden ausgeklammert und auch einige Widersprüche entstehen zwischen den Zielen.

In der anschließenden Diskussion wird die Kritik vertieft, während andererseits anerkannt wird, dass die Agenda 2030 ein wichtiger erster Schritt ist in der Richtung der Verwirklichung eines Weltstaates ist und im Kern die wichtigen Probleme unserer Welt in Angriff nimmt sowie eine globale Verantwortlichkeit annimmt.

Die Verwirklichung eines Weltstaates erfordert, dass der Mensch Egoismus und seine Tendenz zur „Jetztpolitik“ zu einem gewissen Grad überwinden muss. In der Diskussion kam auch die Frage auf, ob der Mensch nur aus Fehlern lernt und sich noch einmal „an einer Herdplatte verbrennen“ muss, um endlich dauerhaften Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit als Werte der Weltgemeinschaft zu verwirklichen. Die EU entstand nach dem zweiten Weltkrieg, vielleicht entsteht ein Weltstaat erst nach einer noch größeren Katastrophe? War eine solche Katastrophe schon die Atombombe auf Japan?

Zum Schluss haben alle Teilnehmer Stellung zu der Frage genommen, ob ein Weltstaat überhaupt wünschenswert ist. Verschiedenste Argumente sprechen dafür: Beispielsweise ist unsere Welt heute so vernetzt und verknüpft, dass unsere Probleme und deren Lösungen ebenfalls auf globaler Ebene verankert sind. Zudem tragen wir als Menschheit eine größere Verantwortung als nur eine staatsbezogene, da auch unser Handeln häufig Auswirkungen hat, die über Staatsgrenzen hinaus reicht. Dies geht Hand in Hand mit dem Problem, dass Staatsgrenzen häufig eine gewisse Arbitrarität anhaften, vor allem in den ehemaligen Kolonien. Staaten enden oft nicht dort, wo Kulturen enden und das Menschliche ist an sich nicht an Grenzen gebunden, sondern eine universelle Qualität, die jeder Kultur, so verschieden sie auch wirken mag, zugrunde liegt. Doch gerade um die Verschiedenheit zu bewahren, schwebt vielen aus der Gruppe eher die Organisation eines föderalen Weltstaates vor. Bedenken bleiben jedoch in der Frage, ob eine Demokratie auf einer solch hohen Instanz funktionieren könnte und ob nicht eine Diktatur zur Verwirklichung von Frieden und der Bildung eines Weltstaates nötig ist. Auch die Gefahr, einer eurozentristischen Struktur droht, alleine aus dem Grund, dass das Konzept eines „Weltstaates“ in Europa entstanden ist. Am wichtigsten ist jedoch eine stabile Basis, welche die Werte eines Weltstaates schätzt. Eine solche Grundlage kann nur geschaffen werden mit der philosophischen Bildung.

(Paula Gürtler)

Programm für Dienstag den 13.11. und Mittwoch den 14.11. (Philosophie- und Politikgruppe)

Liebe Philosophiefreundinnen und –freunde,

anbei findet Ihr die Einladung zum 16. Treffen unserer Phileuropa  am 13.11. sowie zum dritten Vorbereitungstreffen der Phileuropa politischen Gruppe, die am 14.11.  stattfinden wird. Dazu auch die Kleinstudien von Marvin Lauenburg  und Emina Hupe, worüber wir am Dienstagabebd diskutieren werden.

Ich freue mich sehr darauf!

Dr. Marco de Angelis

Anlage:

1.Einladung zur Philosophiegruppe Einladung-16(8.11.18)

2. Einladung zur Politikgruppe Einladung-16(8.11.18)Politikgruppe

3. Kleinstudie von Marvin Marvin Lauenburg 

4. Kleinstudie von Emina Emina-Hupe-Titelblatt und Emina-Hupe-Hausarbeit

 

 

 

Protokoll der 14. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg am 16.10.2018

Am Dienstag, den 16. Oktober traf sich die Philosophiegruppe PhilEuropa nach einer langen Sommerpause wieder in gewohnter Manier am Campus der Leuphana Universität. Auf der Agenda stand ein Referat von Anna Bringmann über ihre Hausarbeit zum Thema „Religion und Wissenschaft. Eine kontroverse Auseinanderset-zung. Wie es nicht mit und nicht ohne einander geht“.

Zu Beginn erzählte Anna, dass sie durch den Kriminalroman „Sakrileg“ von Dan Brown inspiriert wurde und sich daher in ihrem Essay einige direkte Zitate aus dem Buch wiederfinden. Sie liest folgendes Zitat laut vor:

„Früher einmal waren alle Fragen spirituell. Seit Anbeginn der Zeit hat man Spiritualität und Religion benutzt, um Lücken aufzufüllen, die von der Wissenschaft nicht erklärt werden konnten. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wurden einst Helios und seinem flammenden Streitwagen zugeschrieben. Erdbeben und Flutwellen waren die Rache Poseidons. Die Wissenschaft hat bewiesen, dass diese Götter falsche Idole waren. Bald schon werden wir alle Götter als falsche Idole entlarvt haben. Die Wissenschaft hat Antworten auf nahezu alle Fragen geliefert, die ein Mensch nur stellen kann. Es gibt nur wenige offene Fragen, und sie sind esoterischer Natur. Woher kommen wir? Was tun wir hier? Welche Bedeutung hat das Leben, das Universum?“
(Brown, 2003, Seite 45).

Anna leitete die Diskussion ein, indem sie darauf hinwies, dass der Begriff „Religion“ im Kontext ihres Essays nicht als die Institution Kirche verstanden werden soll, sondern schlichtweg als Überbegriff für Spiritualität. Weitergehend erklärte Anna, dass sie Religion und Wissenschaft mehr als Mitspieler und nicht als Gegenspieler wahrnehme. Die Religion finde Antworten auf die Fragen der Welt, die sich nicht auf wissenschaftlich rationale Art und Weise erklären lassen. Umso mehr die Wissenschaft herausfinde, desto mehr neue Fragen ent-stehen. Es handele sich dabei häufig um Sinnfragen. Die Antworten der Religion richten sich an die Emotionen der Menschen und spenden häufig Trost und Hoffnung.

Nachdem Anna ausgesprochen hat, wird die Diskussion eröffnet und viele der Teilnehmer*innen möchten auf das zuvor gesagte reagieren. Es kommt die Frage auf, ob es nicht problematisch sei, wenn die Religion Ant-worten auf ungeklärte Fragen der Wissenschaft liefere, da die Menschen so keinen Anreiz mehr empfänden, wissenschaftliche Antworten zu finden. Wir wurden uns jedoch einig, dass das Problem erst dann bestehe, wenn tatsächlich ausnahmslos jeder Mensch auf der Erde sich mit der spirituellen Antwort zufriedengeben würde. Da dies aber im Normalfall nicht eintritt, sondern es immer Menschen gibt, die zweifeln und forschen, um das Gegenteil zu beweisen, schließt sich die Problematik des Stillstandes aus. Eine weitere Frage war, welche Wis-senschaft denn letztendlich die Antworten liefern könnte, die die Religion auf unwissenschaftliche Art und Weise zu klären versuche. Wir sprachen darüber, dass die Philosophie als universale Wissenschaft gilt und eben auch die Sinnfragen ohne Wahrheitsanspruch zu klären versucht. Anna hakte dort ein und stellte die These auf, dass Philosophie und Religion im Kern nicht sehr unterschiedlich seien. Tatsächlich gibt es viele Ähnlichkeiten zwischen der idealistischen Philosophie und religiösen, spirituellen Ideen. Bestimmte Dinge werden anders benannt, meinen jedoch nahezu das Glei-che. So heißt das, was wir aus der idealistischen Philosophie als „das Absolute“ kennen im Christentum Gott, im Islam Allah und im Buddhismus das höhere Selbst oder auch Bewusstsein. Aber brauchen wir eine „höhere Instanz“? Anna wies darauf hin, dass die religiösen Riten, wie das Beten oder Meditieren, eine sehr gute Möglichkeit sind, sich selbst zu reflektieren. Das Bild der höheren Instanz, wie auch immer man sie nennen möge, ist dabei mehr eine Hilfe, denn die Vorstellung erleichtere es vielen Menschen, sich zu öffnen und ihre Sorgen und Ängste anzusprechen ohne dabei verurteilt zu werden.

Die komplette Sitzung inkl. Diskussion ist unter folgenden Dropbox-Link nachzuhören:

https://www.dropbox.com/sh/scxg9q1uni8dtqe/AAB1m5zpA1pZdMNBA2GX47uNa?dl=0

Alles ist wie immer auch auf facebook zu lesen (https://www.facebook.com/philosophiefueralle.de/?ref=bookmarks).

(Gina Lamela und Nils Bassen)

Einladung zum 14. Philosophietreffen am 16.10.2018

Liebe Philosophiefreundinnen und -freunde,

hiermit lade ich Euch zum 14. Treffen unserer Philosophiegruppe ein. Wir werden uns am Dienstag den 16. Oktober treffen und dann alle zwei Dienstage wie schon im vergangenen Semester gehabt. Hier folgt das Programm.

Dienstag den 16.10.2018
Raum C14.203, ab 19:30 Uhr

Voraussichtliche Referate

19.30-20.30,  1. Referat

Anna Bringmann
Religion und Wissenschaft
Eine kontroverse Auseinandersetzung.
Wie es nicht mit und nicht ohne einander geht

20.30-20.45: Pause

20.45-21.45, 2. Referat

Sonja Wernicke
Die Relevanz praktischer Philosophie im Allgemeinen und Kants
Moralphilosophie im Besonderen in der heutigen Zeit

21.45-22.00: Planung der nächsten Sitzung und Abschied

Wenn die Diskussion über das erste Referat mehr Zeit in Anspruch nimmt, wird das 2. Referat auf den Dienstag in 2 Wochen verschoben. In diesem Fall sind dann nach der Diskussion einige Kurzreferate möglich, insbesondere Nils Bassen (über seine politische Kandidatur) und Anna Bringmann (über eine Facebook-Seite) hat etwas zu berichten und ich würde auch etwas über meine neuesten Forschungen berichten. Weitere Kurzreferate sind willkommen, z.B. über eigene Lektüren von interessanten Büchern, wichtige Zitate zusammen lesen und kommentieren, Kurzrezensionen von gelesenen Büchern, Berichteüber aktuelle Zeitungsartikel usw. Jeder darf zum Wort auch ohne Vorbereitung kommen können. Es ist auch möglich, die eigene Position in Bezug auf eine vergangene Diskussion genauer zu präzisieren und deswegen die Diskussion wieder aufzugreifen. Es scheint so, dass zwei Referate an einem Abend zu viel sind, da die Diskussionen immer lebhafter werden, so dass Kurzreferate anstelle eines zweiten Referates die zweite Hälfte der Sitzung gut auffüllen können. Die Dauer von einem Kurzreferat sollte in etwa 15 Minuten inkl. Diskussion sein. (Meine Kurzreferate ziehe ich gerne zurück, wenn andere Vorschläge da sind,
Priorität haben immer die Beiträge der Teilnehmer).

(Dr. Marco de Angelis)

Alles ist wie immer auch  auf
facebook: https://www.facebook.com/philosophiefueralle.de/?ref=bookmarks zu lesen.

Praktikum in Russland

Das International Office meldet:

„Sind Sie auf der Suche nach einem Praktikum in Russland? Sind Sie Bachelor- oder Master-Studierender oder bereits Graduierte? Wenn ja, bewerben Sie sich vom 6. Oktober bis zum 15. November 2018.
Laufzeit des Stipendiums 6 Monate: 01.04.-30.09.2019.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert im Rahmen von „Go East“ seit 2012 aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die Praktikantenvermittlung im Programm „Russland in der Praxis“. Weitere Informationen: https://goeast.daad.de/de/23222/index.html“.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn eine Freundin (bzw. ein Freund) von Phileuropa in Russland ein Praktikum absolvieren würde. Ich habe das Gefühl, dass Russland ganz wichtig in Zukunft vor allem in der Beziehung zum entstehenden europäischen Staat werden wird.

(Dr. Marco de Angelis)

 

Stellenangebot für Studierende beim International Office der Leuphana

Das International Office sucht Tutorinnen/ Tutoren: „Sprach- und Orientierungsprogramm für Austauschstudierende“ für 20 Stunden insgesamt.

Ihre Aufgaben:
– Kontaktaufnahme mit den Studierenden per Email vor der Ankunft
– Abholung vom Flughafen/vom Bahnhof und Begleitung zur Unterkunft
– Hilfestellung beim Ausfüllen benötigter Formalitäten und Dokumente
– Einführung in die Strukturen der Leuphana Universität
– Koordination von Terminen mit den Programmkoordinatoren

Ihr Profil:
– verbindliche Verfügbarkeit vom 01. – 15. Septmeber 2018 (auch an den Wochenenden)
– gute Kenntnisse der universitären Strukturen
– gute Kenntnisse auf dem Campus und in der Stadt Lüneburg
– sehr gute Englischkenntnisse
– Erfahrung in der interkulturellen Kommunikation
– Eigeninitiative und Flexibilität

Wir freuen uns sehr über Kurzbewerbungen (Lebenslauf sowie ein kurzes Anschreiben) per E-Mail bis zum 10.08.2018 an Kirja Frommeyer (frommeyer@uni.leuphana.de).

https://www.leuphana.de/services/io/internationale-studierende/sprach-und-orientierungsprogramm.html


Verantwortlich für diesen Newsletter: International Office

Stellenangebot von der Zentralbibliothek

Die Zentralbibliothek sucht für die Abteilung Informationsdienste zum 1. September 2018 eine studentische Hilfskraft mit 8 Stunden pro Woche.

Wichtige Voraussetzung ist, dass Sie sowohl in der Vorlesungszeit als auch in der vorlesungsfreien Zeit in den Abendstunden (17- 21 Uhr) arbeiten können.

Die Tätigkeiten der zu besetzenden Stelle umfassen zum einen die Auskunft und Beratung von Nutzerinnen und Nutzern am Informationstresen, im Besonderen die Unterstützung beim Auffinden von wissenschaftlicher Literatur. Bei den zusätzlichen Aufgaben handelt es sich um Ordnungs- und Sortieraufgaben im Lesesaal sowie das Rückstellen von zurückgegebener Literatur.

Der Stundenlohn für studentische Hilfskräfte beträgt momentan 9,93 €.

Bei Interesse schicken Sie bitte bis zum 25.07.2018 per E-Mail eine Bewerbung unter anderm unter Angabe Ihres Studienfachs, Ihrer Semesterzahl, Ihrer Adresse und Telefonnummer an knoll@uni.leuphana.de .