Seminar über die Agenda 2030: Zusammenfassung der 1. Sitzung am 1.4.2019

Am 1. April – pünktlich zum Semesterbeginn um 8.15 Uhr  – hat  die erste Sitzung des Seminars für das Lüneburger Komplementärstudium stattgefunden. Das Thema des Seminars ist wie auch im Sommersemester 2018 Die philosophischen Voraussetzungen der Agenda 2030: der Begriff „eine Welt“ und die Aufhebung der Nationalstaaten in einen Weltstaat. Auch in diesem Semester erreichen die Anmeldungen die maximale Teilnehmerzahl (42 Studierenden), weitere 10 sind auf der Nachrückerliste: ein voller Erfolg also!.

In der ersten Sitzung wurde im Allgemeinen über die Auffassung eines Weltstaates als der einzigen Dauerlösung für die aktuellen Probleme der Menschheit gesprochen. Es wurden viele Begriffe angesprochen, die dann im Laufe der weiteren Sitzungen vertieft werden sollen. Es wurde insbesondere den Sinn von Europa als Hoffnungsträger für den Frieden auf Erden unterstrichen. Europa hat geschafft, in seinem Inneren Frieden zu stiften und sein philosophischer Sinn müsste es sein, dazu beizutragen, dass Frieden weltweit etabliert wird.

Der Motor dazu soll die Philosophie sein. Es ist darauf aufmerksam gemacht worden, dass die Geschichte von Europa und die Geschichte der Philosophie zusammenfallen. Im Laufe dieser Geschichte ist es den Philosophen gelungen, gemeinsame Werte zu verstehen und zu definieren, die die Identität des europäischen Volkes sowie auch die Identität von allen Menschen bilden sollen, die ihr Leben auf Vernunft gründen.

Dieses Ziel kann die Philosophie nur erreichen, indem sie sich als richtige Wissenschaft präsentiert, was sie definitiv auch ist. In diesem Bezug ist die Wichtigkeit der philosophischen Bewegung der Aufklärung hervorgehoben worden sowie auch die zentrale Stellung in der Geschichte aber auch in unserem Leben des logischen Prinzips der ‚Aufhebung‘ dargestellt. Dieser ganz wichtige Begriff wurde von Hegel in seiner Logik erläutert und begründet. Damit konnte der Philosoph aus Stuttgart dann auch erklären, wie die Geschichte der Philosophie von einem Fortschritt gekennzeichnet sei. Dieser Fortschritt ist die Grundlage der Wissenschaftlichkeit der Philosophie.

Als Wissenschaft führt die Philosophie zu einer Wahrheit, die ich sich gültig und objektiv ist. Darüber wird man sicherlich viel diskutieren, ist es aber wichtig, diese Auffassung richtig zu begreifen, weil es ohne Wahrheit kaum Wissenschaftlichkeit gibt, sondern nur subjektive Meinung, also kein richtiges Wissen. Das ist natürlich nie als Dogma anzusehen, jede Wahrheit kann immer verbessert werden, deswegen man soll gleichzeitig auch kritisch sein, also kritisch zu sein und von der Wahrheit überzeugt zu sein ist kein Widerspruch. Man soll sicher von den eigenen Argumenten und Schlüssen sein, trotzdem immer auch denken, dass es auch bessere Argumente und bessere Schlüsse geben könnte. Die Würde des Menschen ist zum Beispiel eine solche Wahrheit, die wir objektiv erkennen und begründen können, wir können aber nicht zu 100% sagen, dass es unmöglich ist, dass jemand in Zukunft das Gegenteil beweisen kann.

Es wurde dann viel mit den Studierenden diskutiert und dabei wurden viele andere Begriffe angesprochen, die später im Laufe des Seminars erörtert und begründet werden sollen.

Am Ende wurden einige Infos bezüglich der Bücher, der Hausarbeit und weiteren praktischen Fragen gegeben. Es war insgesamt ein sehr erfolgreicher Start vor einem Publikum von etwa 20-30 Studierenden.

Zu den Dropboxaudiodateien der Sitzung kommt man über diesen Link:

https://www.dropbox.com/sh/oddqf8084xkdpyx/AAAVY2vC6zpqhWpmhDJMtNypa?dl=0

Die zweite Seminarsitzung findet laut Seminaplan am Montag den 15. April statt.

(Dr. Marco de Angelis)