In der 5. Sitzung des Seminars über ‚Lebensorientierung‘ wird das Thema ‚philosophische Vernunftreligion und Vernunftethik‘ behandelt

In der vierten Sitzung des Seminars, die am vergangenen 5. Dezember stattgefunden hat, haben wir das Thema der kreativen Vernunft behandelt und vertieft. Dabei haben wir festgestellt, dass die Vernunft sowohl das Absolute ist, also das kreative Prinzip, das überall im Universum wirkt, als auch das Wesen des Menschen bildet.

Diese Erkenntnis führt dazu, dem Menschen einen absoluten Wert, eine absolute Würde zuzusprechen. Der Mensch ist die Verkörperung der absoluten Vernunft, des Prinzips der Welt.

Damit wird der Mensch als ‚absoluter Geist‘ definiert, d.h. der Mensch ist ein geistiges Wesen, das sich schon teilweise in der Religion, aber dann vollständig in der Philosophie mit dem Absoluten identifiziert.

Diese Auffassung des Absoluten gründet eine neue Zivilisation, eine philosophische Zivilisation. Dieser Zivilisation liegt eine philosophische Vernunftreligion bzw. Vernunftethik zugrunde.

Diesbezüglich haben wir zwei sehr wichtige Texte gelesen, und zwar aus Kants praktischer Philosophie und aus Hegels Philosophie des Geistes.

Kant fordert uns auf, die Menschheit sowohl in uns selbst als auch in den anderen Menschen immer als Zweck und nie als Mittel zu behandeln.

Hegel erklärt uns, dass die gegenseitige Anerkennung die Grundlage aller Formen des Zusammenseins ist, wie etwa Freundschaft, Familie, Staat.

Dieser Gedankengang wollen wir bei der 5. Sitzung am kommenden 19.12. gehen und vertiefen.

Die Texte, die die Grundlagen der vergangenen vier Sitzungen bilden, befinden sich in meinem Buch Philosophie für alle, das ab dem 20.12 bei der Buchhandlung auf dem Campus zu erwerben ist. Auszüge davon sind in dieser Website, Rubrik ‚Lehre‘, zu lesen.

Die entsprechenden Audioaufnahmen können hier heruntergeladen werden:

https://www.dropbox.com/home/LEBENSORIENTIERUNG

https://www.dropbox.com/home/MENSCHENRECHTE

Sollten Schwierigkeiten beim Herunterladen auftreten, kontaktieren Sie mich.

Dr. Marco de Angelis

In der 5. Sitzung des Seminars über ‚Menschenrechte‘ wird das Thema ‚Recht’ und ‚Menschenrecht‘ auf der Grundlage des bisher festgelegten absoluten, kreativen Wesens des Menschen behandelt

In der vierten Sitzung des Seminars, die am vergangenen 5. Dezember stattgefunden hat, haben wir das Thema der kreativen Vernunft behandelt und vertieft. Dabei haben wir festgestellt, dass die Vernunft sowohl das Absolute ist, also das kreative Prinzip, das überall im Universum wirkt, als auch das Wesen des Menschen bildet.

Diese Erkenntnis führt dazu, dem Menschen einen absoluten Wert, eine absolute Würde zuzusprechen. Der Mensch ist die Verkörperung der absoluten Vernunft, des Prinzips der Welt.

Aus diesem Grund hat jeder Mensch das Recht auf Anerkennung dieser absoluten Würde. Das ist ein Recht und gleichzeitig auch eine Pflicht: Ein Recht, anerkannt zu werden, aber auch eine Pflicht, die Würde anderer Menschen anzuerkennen.

Diesbezüglich haben wir zwei sehr wichtige Texte gelesen, und zwar aus Kants praktischer Philosophie und aus Hegels Philosophie des Geistes.

Kant fordert uns auf, die Menschheit sowohl in uns selbst als auch in den anderen Menschen immer als Zweck und nie als Mittel zu behandeln.

Hegel erklärt uns, dass die gegenseitige Anerkennung die Grundlage aller Formen des Zusammenseins ist, wie etwa Freundschaft, Familie, Staat.

Im ersten Teil der 5.Sitzung (19.12.) wollen wir uns Gedanken über die menschliche Gesellschaft machen, vom Begriff dieser Definition des Menschen und der Anerkennung ausgehend. Dabei werden wir den Begriff ‚Recht‘ philosophisch definieren.

Im zweiten Teil der Sitzung werden wir dann in Arbeitsgruppen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 lesen und die Begriffe, die wir bisher philosophisch festgelegt haben, darin suchen.

Die Texte, die die Grundlagen der vergangenen vier Sitzungen bilden, befinden sich in meinem Buch Philosophie für alle, das ab dem 20.12 bei der Buchhandlung auf dem Campus zu erwerben ist. Auszüge davon sind in dieser Website, Rubrik ‚Lehre‘, zu lesen.

Die entsprechenden Audioaufnahmen können hier heruntergeladen werden:

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Dr. Marco de Angelis

Hauptinhalt und Ergebnis der 3. Sitzung beider Philosophieseminare

Bei den dritten Sitzungen der Seminare über Menschenrechte und Philosophie als Lebensorientierung ist es hervorgekommen, wie wichtig es sei, das Denken richtig zu definieren. Insbesondere scheint das Denken als Vernunft nicht nur etwas Subjektives, sondern ebenso etwas Objektives zu sein. Es gibt selbstverständlich Vernunft im Menschen, es gibt aber auch Vernunft überall auf der Welt. Die Welt ist vernünftig strukturiert. Alles entwickelt sich nach einigen logischen Prinzipien, die dann die Grundlagen der Gesetze der Natur bilden. Diese logischen Prinzipien bilden  die Grundstruktur des ‚Monos‘, der einzigen Totalität von dem, was gibt (Welt, Universum, Seiendes, Ganzes usw. egal wie wir es ausdrücken wollen).

Wir können diese Prinzipien erkennen, indem wir unsere Vernunft erforschen, da eben diese Prinzipien sind die Kategorien, die reinen Begriffe (Aristoteles, Kant, Hegel), woraus unsere subjektive Vernunft besteht. Die Kategorien sind das Wesen der Vernunft, ihr Stoff, sozusagen.

Das Hauptmerkmal der Vernunft, also der Kategorien, ist die Kreativität. Die Kategorien sind nicht etwas Festes, sondern in ständiger Bewegung, in kontinuierlicher Entwicklung, und das bildet das Leben des Geistes. Wir sind eben ständig geistig in Bewegung, nie zufrieden, wir wollen immer etwas Neues erschaffen, erreichen im Leben.

Die Kreativität ist aber auch das Hauptmerkmal der Materie, also der Natur, die ebenso ständig in Bewegung, in Entwicklung ist. Es könnte nicht anders sein, weil eben die Vernunft ist überall, also die Kreativität ist überall.

In den vierten Sitzungen beider Seminare, die am kommenden 5. Dezember stattfinden werden, werden wir dieses Thema weiter behandeln und vertiefen und dabei verstehen, wie die Kreativität der Vernunft sowohl di Grundlage der Menschenrechte als auch einer philosophischen Lebensorientierung bildet.

Auf dieser Website, Rubrik Lehre, sind die Texte der Sitzungen veröffentlicht. Die entsprechenden Audioaufnahmen können hier heruntergeladen werden:

https://www.dropbox.com/home/LEBENSORIENTIERUNG

https://www.dropbox.com/home/MENSCHENRECHTE

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Dr. Marco de Angelis

Die zweiten Sitzungen beider Philosophieseminare fürs Leuphana-Semester haben ein Zeichen gesetzt!

Es ist heutzutage eine weitverbreitete Meinung, dass es keine objektive, absolute Wahrheit gibt.  Daraus resultieren zwei Denk- und Lebenseinstellungen, Skeptizismus und Relativismus, die sich dann besonders in der  Ethik bemerkbar machen und verheerende Folgen haben. Wenn es keine objektive Wahrheit gibt, dann gibt es auch keine objektiven, allgemeingeltenden Werte.

Das ist aber für die menschliche Gesellschaft fatal. Ein Minimum an Konsens über die Werte, wie etwa Respekt, Freiheit, Demokratie usw., ohne die selbst das Zusammenleben der Menschen unmöglich ist, ist in der Tat in jeder Gesellschaft absolut nötig.

Ohne allgemeingeltende Werte würde es auch keine Menschenrechte geben wie auch keine Orientierung im Leben, die für alle gelten kann.

In dieser Sitzung haben wir damit begonnen, die theoretischen und praktischen Gründe für die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit zu erläutern. Es handelt sich um die von uns entwickelte Theorie des ‚ich verstehe‘. Diese ist in den Lektionen 4-6 des Buches Philosophie für alle behandelt.

Diese Theorie wird vor allem durch eine Umkehrung des Blickpunktes gekennzeichnet, aus dem wir die Objektivität bzw. die Welt betrachten. Das alltägliche Leben wie auch die obenerwähnten philosophischen Auffassungen des Skeptizismus und des Relativismus verbergen einen ‚dualistischen‘ Standpunkt. Damit ist gemeint, dass der Mensch, das Subjekt, sich von der Natur, vom Objekt, völlig unterschieden ansieht und die Natur als etwas ‚Fremdes‘ ansieht, etwas das außen ihm gegenüber ist. Subjekt und Objekt stehen sich aus der Perspektive dieses Blickpunktes  gegenüber, das Subjekt betrachtet die Welt als etwas, das vor ihm steht.

Aus dieser Perspektive heraus entwickelt sich die Problematik der Wahrheit, d.h. einer korrekten Korrespondenz zwischen dem, was das Subjekt vom Objekt weiß, und dem, was das Objekt an sich ist. Der letzte große, weltberühmte Philosoph, der diese Problematik besonders intensiv behandelt, hat, ist Immanuel Kant gewesen. Sein Hauptwerk Die Kritik der reinen Vernunft  ist genau aus diesem Blickpunkt heraus verfasst worden.

Die Trennung von Subjekt und Objekt, Geist und Materie, Mensch und Natur hat auch gravierende Folgen in der Ethik. Die verheerendste ist die Spaltung des Menschen in Seele und Körper, so dass die Sinnlichkeit, die Gefühle, die Leidenschaften und im Allgemeinen alles, was im menschlichen Körper seinen Ursprung hat,  als etwas Negatives, als Sünde betrachtet wird. Die christliche Religion und die monotheistischen Religionen überhaupt vertreten z.B. Moraltheorien, die das Glück des Menschen nicht in diesem materiellen Leben auf Erden, sondern in einem völlig spirituellen Leben im Jenseits ansehen.

Allen diesen Theorien, die unser Alltag nicht nur in der Vergangenheit bestimmt haben, sondern noch heute die Lebensweise von Millionen von Menschen prägen, liegt eben eine dualistische Vision des Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt zugrunde.

Dagegen hat sich in der Vergangenheit die gegensätzliche Auffassung gestellt, die des ‚Monismus‘. Während Dualismus kommt aus dem Lateinischen ‚duo‘, also zwei, das Wort ‚Monismus‘ kommt aus dem altgriechischen ‚Monos‘, d.h. ‚eins‘.

Dieser Auffassung nach sind Subjekt und Objekt eine untrennbare Einheit, sie sind ein einziges Ding, das zwei verschiedene Aspekte hat, ein materielles – die Natur als Materie und ‚Außenwelt‘ – sowie ein geistiges, der Mensch als Seele und ‚Innenwelt‘. Die ‚Innenwelt‘ unserer Seele ist aber gleichzeitig Teil der Außenwelt, die sie wiederspiegelt und zu erkennen versucht. Die Außenwelt ist, sozusagen, der Behälter, in dem die seelische Innenwelt lebt und tätig ist.

Das, was auf der Welt also richtig existiert, ist also das ‚Monos‘, das die Philosophen dieser Denkrichtung verschieden formuliert haben (z.B. der griechisch Parmenides im vierten Jahrhundert v. C. als ‚das Seiende‘, Spinoza im siebzehnten Jahrhundert als ‚die Substanz‘ von allem, Hegel im neunzehnten Jahrhundert als ‚das Absolute‘ usw.). Das Monos ist das Ganze, wovon Geist und Materie, Mensch und Natur die zwei Hauptteile darstellen.

Die Ergebnisse der Naturwissenschaften, z.B. die Evolutionstheorie, beweisen heutzutage die Richtigkeit einer solchen monistischen Weltauffassung.

Aus diesem ganzheitlichen Standpunkt heraus lässt sich sowohl die erkenntnistheoretische Problematik der Wahrheit als auch die ethische Problematik des Verhältnisses zwischen Körper und Seele im Menschen einfach lösen. Da die Menschen ein Teil der Natur sind, insbesondere derer selbstbewusstes und freies Teil, sind sie ihr total angepasst und deshalb fähig, mit der Natur zu kommunizieren, sie zu verstehen, also die Wahrheit zu erkennen. Die Menschen sind also wahrheitsfähig, genauso wie sie gehfähig, sprachfähig usw. sind. Was die Ethik betrifft, sind die Hauptinstinkte, die den Menschen zu Handlungen bewegen, in sich ‚gut‘, da sie in der Natur verankert sind und zu einem glücklichen Leben auf dieser Erde, nicht erst im Jenseits, führen können.

Diesbezüglich lässt es sich noch viel mehr sagen, was wir im Unterricht auch gesagt haben und sowohl in den entsprechenden Audioaufnahmen zu hören ist als auch in den Lektionen 4-6 des Buches Philosophie für alle, wo alles dargestellt und begründet wird, gelesen werden kann (siehe die Rubrik Lehre-Menschenrechte bzw. Lehre-Lebensorientierung dieser Website für die Texte und die Audioaufnahmen).

Nachforschungszweige sind in diesem Bezug folgende Begriffe und Themen:

Erkenntnis
Wahrheit
Subjekt-Objekt Problematik
Körper-Seele Problematik
Relativismus
Skeptizismus
Dualismus
Monismus
Die Philosophen, die erwähnt worden sind (Parmenides, Spinoza, Kant, Hegel)

Am Montag, den 21. November, gehen beide Seminare weiter. Es wird die Begründung der Richtigkeit einer monistischen Welt- und Menschenauffassung abgeschlossen sowie die Schlüsse für die entsprechende Menschenauffassung gezogen. Danach werden sich dann ab der 4. Sitzung die Seminare auf verschiedenen Schienen weiterentwickeln: Das eine wird eher die politische Theorie des Staates und der Menschenrechte behandeln, während das andere sich vornehmlich mit der Theorie einer glücklichen Lebensführung beschäftigen wird. Da es aber keine glückliche Lebensführung in einem ungerechten Staat geben kann, werden sich auch in den folgenden Sitzungen die Themen beider Seminare unausweichlich kreuzen sowie sich aufeinander beziehen.

(Dr. Marco de Angelis)

Erfolgreicher Start beider Philosophieseminare fürs Leuphana-Semester

Am 24.10. haben beide Seminare von Herrn Dr. Marco de Angelis (Phileuropa Zentrum) in Lüneburg begonnen. Bei den zwei Seminaren, insbesondere bei dem Seminar über Philosophie als Lebensorientierung, gab es sehr viele interessierte Teilnehmer.

Die ersten 2-3 Sitzung beider Seminare sind ähnlich, d.h. es wird darin die Welt- und Menschenauffassung präsentiert, wie aus den wichtigsten philosophischen Theorien abzuleiten ist und heute als noch gültig und ‚letztbegründet‘ gehalten werden kann.

(Forschungshinweis: Begriff ‚Letztbegründung‘).

Es handelt sich um die Auffassung, die den Inhalt des Buches Philosophie für alle (1.0)  Manifest für die philosophische Identität des europäischen Volkes bildet. Das Buch ist im Druck und wird in Deutschland um den 15. November in Handel zu erwerben sein (Preis 10 Euro).

In der ersten Sitzung sind die Inhalte der Kapitel (im Buch: Lektionen) 1 bis 3 behandelt worden. Darin wird den Begriff der Philosophie als ‚Wissenschaft der Weisheit‘ nach Kant definiert (Lektion 1), das Verhältnis der Philosophie zu Religion und Einzelwissenschaften erläutert (Lektion 2) und  schließlich die Identität zwischen Philosophie und Idealismus nach Hegel dargestellt und begründet (Lektion 3).

(Forschungshinweise: Kant über Weisheit und Begriff ‚Philosophie als Weisheit im allgemeinen; Hegel über Identität von Philosophie und Idealismus).

Dadurch hat man schon einen sehr großen Schritt in Richtung Verständnis der Menschenrechte (1. Seminar)  bzw. der Lebensorientierung (2. Seminar) getan, da diese ersten 3 Lektionen des Buches Voraussetzung für die Theorie der objektiven, wissenschaftlichen Wahrheitsfähigkeit des Menschen und der Philosophie sind.

In der Tat ist es  absolut notwendig, in erster Linie diese grundlegende  Wahrheit zu begründen, dass die Philosophie eine echte Wissenschaft ist und als solche die Wahrheit in der Ethik und in der Politik begreifen kann, da nur auf dieser festen und sicheren Grundlage die darauffolgende Begründung von objektiven, absolut geltenden Menschenrechten bzw. von einer echt glückbringenden Lebensführung möglich ist.

Wie könnten wir in der Tat von Menschenrechten und von einer glückbringenden Lebensführung reden, wenn die Philosophie überhaupt nicht in der Lage wäre, zu wissenschaftlich und vernünftig begründeten Schlüssen zu führen?

Die Studierenden haben ein reges Interesse für die behandelte Problematik gezeigt, viele wichtigen und interessanten Fragen gestellt, und dadurch sehr geholfen, die vier Stunden Seminars lebhaft zu gestalten. Am Ende waren wir alle müde aber auch sicher davon bewusst, die Zeit sinnvoll genutzt zu haben.

Am kommenden Montag den 7.11. geht es mit der 2. Sitzung beider Seminare weiter. Die Thematik wird immer spannender und die Diskussion mit den Studierenden mit Sicherheit auch. Wir nähern uns langsam aber sicher zur Theorie der objektiven Wahrheit der Philosophie.

Den Studierenden stehen sowohl die Audioaufnahmen als auch die Textvorlage beider Sitzungen zu Verfügung. Sie können per Mail an die Adresse marco.deangelis@leuphana.de  angefordert bzw. vor dem Seminar aufs Stick kopiert werden. Die im Seminar gelesenen Quellentexte sind schon über myStudy geschickt worden. Diese sollen bei jeder Sitzung von den Studierenden mitgenommen werden.

Wir wünschen allen Teilnehmern eine spannende 2. Sitzung!

 

 

Beginn der Seminartätigkeit in Lüneburg für das Leuphana-Semester 2016/17

Nach dem Erfolg des Seminars Die philosophische Identität Europas, das im SoSe 2016 mit reger Teilnahme von Studierenden stattgefunden hat, wird Dr. Marco de Angelis am 24. Oktober in Lüneburg zwei Seminare für das Leuphana-Semester zum Start bringen. Um 8.15 Uhr beginnt das erste Seminar „Philosophische Meleinsteine der Menschenrechte: Woher wir kommen und wohin wir gehen“ und um 16.15 Uhr das zweite Seminar „Die Bedeutung der Philosophie für die Orientierung im eigenen Leben„.

Beide Seminare haben großes Interesse bei den Studierenden geweckt und die Anmeldungen sind weitaus über die ursprüngliche Grenze von 30 Studierenden (jetzt auf 32 aufgestockt) gewesen. Insbesondere das Seminar Orientierung hat einen Ansturm von Studierenden erlebt (fast 70) und leider konnten nicht alle aufgenommen werden. Angesichts aber der Wichtigkeit der Problematik insbesondere für junge Menschen, wird man wahrscheinlich am Ende doch mehr aufnehmen als ursprünglich vorgesehen.

Hier sind die Kurzdarstellungen der Inhalte und Ziele beider Seminare:

Philosophischemeilensteine
Philosophiealsorientierung

Hier können die Studierenden die Papiergrundlage für die erste Sitzung des Seminars Meilensteine herunterladen (Menschenrechte-1).

Hier ist die Papiergrundlage für die erste Sitzung des Seminars Orientierung (Orientierung1-3).

Wir wünschen allen Beteiligten interessante Seminare und viel Erfolg mit den bezüglichen Hausarbeiten.

In der Sektion Lehre von dieser Website werden wir über die Fortschritte beider Seminare laufend informieren.

Grundinhalt der sechsten und siebten Sitzung des Seminars “Die philosophische Identität Europas“

Bei den letzten zwei Sitzungen konnten wir die notwendigen Schlüsse aus der Auffassung des logischen Monismus (Lektion 6) und aus der dialektischen Logik (Lektion 7) ziehen. Wir haben einige ganz wichtige Begriffe für eine aktuelle Vernunftethik entwickelt:

  1. Der Begriff des absoluten Geistes (Lektion 8), also der Mensch insofern davon bewusst ist, dass er in seiner universellen Vernunft das Absolute ist und sich als solches erkennt. Diese Haltung haben wir, Kant folgend, eine Vernunftreligion genannt (Lektion 9).
  2. Sie gründet eine neue philosophisch-idealistische Zivilisation (Lektion 10). Diese Zivilisation folgt und ersetzt die monotheistischen Zivilisationen (Judentum, Christentum, Islam) in ihren verschiedenen geographischen Einzelvarianten. Daraus resultiert eine neue, auf Vernunft basierte Weltzivilisation. Die Zivilisation der westlichen Welt, in der wir leben, ist schon eine philosophisch-idealistische Zivilisation, sie gründet sich aber auf dem Verstand (materiell, rechnerisch, egoistisch, ökonomisch ausgerichtet, Profit-Denken fördernd) und nicht auf der Vernunft (ideell, nicht rechnerisch, altruistisch, sozial ausgerichtet, Sozial-Denken fördernd). In der westlichen Welt hat sich die individuelle, formelle Freiheit (Willkür) aber noch nicht die wahre, substantielle Freiheit verwirklicht. Das heißt, dass der Mensch frei ist, und das ist richtig, diese Freiheit ist aber ohne Inhalt, ohne Orientierung, und das ist falsch, da das Leben doch einen Inhalt hat, den wir mit der Vernunft verstehen sollen, um ihn dann zu verwirklichen, um danach zu leben. Die neue Weltzivilisation hebt also nicht nur die monotheistischen Religionen, sondern auch die auf Verstand basierte westliche Zivilisation auf.
  3. Das ethische Fundament dieser neuen Weltzivilisation soll die gegenseitige Anerkennung zwischen den Menschen sein (Lektion 11). Die Menschen erkennen sich gegenseitig als Absolut an. Sie sind füreinander Zweck und nicht Mittel, Kants 2. Kategorischen Imperativ folgend. Sie dürfen nie als Mittel behandelt werden.
  4. Daraus entwickelt sich eine ethische Weltgesellschaft, die die drei Hauptwerte der philosophisch-idealistischen Ethik verwirklicht. Diese Werte bilden den Inhalt der Freiheit, also die substantielle Freiheit. Sie sind:
    1. der Staat als Weltstaat und Weltgemeinde der sich als Zweck gegenseitig anerkennenden Menschen (Lektion 12).
    2. Die Familie als die Kleingemeinde, in der das neue Menschenleben in der Liebe geschöpft (1. Natur) und erzogen (2. Natur) wird und in der die Menschen nicht nur vernünftig sondern auch gefühlsmäßig miteinander verbunden sind (Lektion 13).
    3. Die Arbeitswelt als das Netz der Beziehungen unter den Familien und den Individuen einer Gesellschaft (vom Dorf bis zur Weltgesellschaft), in dem die Güter gegenseitig und füreinander produziert werden, die jeder für sein Leben braucht (Arbeitsteilung). Die Arbeit soll somit als Dienst für die Gesellschaft verstanden und gelebt werden (Lektion 14).
  5. Weltstaat, Familie und Arbeit sind auf der einen Seite die unvermeidlichen Dimensionen, in denen sich das Leben eines jeden Individuums entwickelt, auf der anderen Seite die Werte, die seinem Leben eine sinnvolle Orientierung geben können und sollen. Das Individuum soll den Sinn von seinem Leben in seiner Tätigkeit für den Weltstaat, für die Familie, für die Arbeit sehen und finden können. Indem das Individuum für diese intersubjektiven, auf gegenseitiger Anerkennung fundierten Institutionen lebt, verwirklicht er seinen Geist und ist somit glücklich (Lektion 15). Dafür gibt es selbstverständlich eine logische Erklärung, und zwar das nur indem das Individuum in diesen Institutionen lebt, wird er als Geist anerkannt (als Bürger, als Familienmitglied bzw. als berufstätiger Arbeiter) und dadurch kann er seine natürlichen und notwendigen Bedürfnisse, die ihm zur Materie und zur Natur anketten, in einer freien Art als Kreation (einer Familie, einer Dienstleistung) und nicht nur als Konsumation (Verbrauch) leben.Bei diesen Bedürfnissen handelt es sich um die Zusicherung des Überlebens der Spezies (Reproduktion) sowie des eigenen Überlebens (Assimilation), durch die entsprechenden körperlichen Akten. Bei der Kreation wirkt die Kategorie der wahren Unendlichkeit in uns, wir sind also als Absolutes tätig, wir kreieren, wir schöpfen und somit wir verwirklichen unser vernünftiges Wesen; als reine Konsumenten wirkt in uns dagegen die Kategorie der falschen Unendlichkeit, d. h. wir konsumieren, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen, diese aber nach kürzer Zeit wieder entstehen und uns zu einem erneuten Konsum bewegen, und so weiter zig mal ohne etwas Festes, Stabiles zu kreieren, zu schöpfen. Dabei sind wir also nicht kreativ, sondern „konsumativ“, also agieren wir konsumorientiert, nicht „kreationorientiert“, nicht kreativ. Das entspricht aber nicht unserem Wesen, wir sind keine Tiere mehr, die sich nur am Leben zu erhalten brauchen, sondern Menschen, wir haben das Absolute in uns, wir sind schöpferisch und kreativ wie das Absolute und wir sind erst dann zufrieden, wenn wir etwas Vernünftiges, Positives, Beständiges, Sinnvolles zustande gebracht haben. Genau wie das Absolute die Sonne, die Erde, den Himmel usw. geschöpft hat und ständig schöpft, so schöpfen wir Familien, Gesellschaften, Krankenhäuser, Schulen, Universitäten usw. Auf diese Weise, dank unserer schöpferischen Tätigkeit, geht die Kreation im Universum weiter, zu der Kreation von materiellen Wesen (Planeten, Sternen, Meere, Bäume, Tiere usw.) kommt die Kreation von geistigen Wesen hinzu (Schulen usw.) wie auch die Kreation von Menschen, die beides sind, materielle und vor alle geistige Wesen, da sie eben das Absolute verkörpern.

Somit ist das neue System der Philosophie gegründet und in einer einfachen, von allen Menschen verständlichen Sprache ausgedruckt, vorausgesetzt, dass sie bereit sind, „auf sich die Anstrengung des Begriffs zu nehmen“ (Hegel). Dieses System fördert eine Sozial-Ethik, keine Profit-Ethik. Die Sozial-Ethik führt die Menschen zu einem erfüllten, sinnvollen Leben, da sie anerkennen und anerkannt werden und dadurch als Geist nach der Kategorie der wahren Unendlichkeit leben dürfen. Die Profit-Ethik dagegen führt zu einem unerfüllten, sinnlosen Leben, sie kann zwar zu einer vorübergehenden Sättigung der Bedürfnisse führen, die aber immer wieder und stärker wie vorher entstehen.  Damit entsteht eine Kette von Bedürfnissen-Sättigung-neuen Bedürfnissen, die nie endet und den Menschen Knecht macht. Aus Freiheit wird also Knechtschaft! Dabei lebt der Mensch nach der Kategorie der falschen Unendlichkeit und somit als Materie, nicht als Geist. 

Schluss

Um zu unserem Hauptthema zurückzukommen, also zu Europa, ist genau diese Sozial-Ethik meines Erachtens das Hauptergebnis der Geschichte der Philosophie, wie sich diese in den philosophischen Systemen von Kant und Hegel niederschlägt. Und die Geschichte der Philosophie fällt zusammen mit der Geschichte Europas! Das Werden der Philosophie ist das Werden Europas! Aus diesem Grund ist die Philosophie als Sozial-Ethik die Identität Europas.

Was nach Hegel passiert ist, Marxismus, Nietzsche, Nihilismus, Imperialismus, zwei Weltkriege usw. bedarf sicherlich einer historischen Erklärung, die ich hier in wenigen Worten nicht geben kann.

Die Zeit ist aber heute reif, damit dem europäischen Einigungsprozess eine philosophische Grundlage gegeben wird, die einzige, die in der Lage wäre, diesen Prozess zu seinem richtigen Ende eines gemeinsamen europäischen philosophischen Staates führen könnte. Dieser europäische Staat, der schon in der Lage gewesen ist, Frieden in seinem Inneren zu schaffen, müsste dann die weitere Aufgabe übernehmen, sich für den Weltfrieden einzusetzen und in den kommenden Jahrhunderten zu einem Weltstaat führen. Damit würde Europa die neue weltweite philosophische Zivilisation stiften, die Kant in seiner Schrift vom 1795 Zum ewigen Frieden entworfen hatte und wovon Hegel dann die philosophischen Grundlinien expliziter dargelegt hat.

Natürlich wird den Menschen in einem hypothetischen europäischen bzw. sogar Weltstaat niemand befehlen, sich für eine Sozial-Ethik und gegen eine Profit-Ethik zu entscheiden. Es ist ihre freie Entscheidung. Wie könnte man dem Absoluten etwas befehlen?

Aber jungen Menschen darf und soll die Philosophie in unserer weitgehend säkula-risierten, oft orientierungslosen Gesellschaft eine Lebensorientierung zeigen und anbieten, die ihnen zu einem erfüllten, sinnvollen Leben führen kann. Das ist die heutige Aufgabe und Pflicht der Philosophie.

In diesem Sinn hoffe ich, trotz aller Schwierigkeiten der Sprache und der geographischen Entfernung, die aber nie eine Entfernung der Geister zwischen uns gewesen ist, diese Aufgabe und diese Pflicht in unserem Seminar erfüllt zu haben. Es war ein wunder-schönes Erlebnis, mit so interessierten, aktiven und geistreichen Teilnehmern diese lebenswichtige Inhalte diskutieren zu dürfen.

Grazie di cuore!

Marco de Angelis

 

 

Grundinhalt der vierten und fünften Sitzung des Seminars “Die philosophische Identität Europas“

Hiermit fasse ich zusammen, was wir bei den letzten zwei Sitzungen am 1. und 2. Juni 2016 durchgenommen haben und danach gebe ich einige Hinweise darauf, wie wir weitergehen werden.

Sitzung von Mittwoch den 1. Juni 2016

Es wurden die Lektionen 5 und 6 des Buchs Philosophie für Alle. Manifest für ein philosophisches Europa erläutert.

Beide Lektionen vervollständigen die Theorie des „Ich verstehe“, die schon in der Lektion 4 (3. Sitzung) behandelt wurde. Nachdem in der Lektion 4 begründet wurde, aus welchem Grund wir die Wahrheit erkennen können, beschäftigten wir uns in der Lektion 5 mit der weiteren Frage, wie es überhaupt dazu kommt, dass wir Menschen „wahrheitsfähig“ sind. Dies wurde mit dem Begriff der Vernunft als Bindeglied, Vermittlung zwischen Subjekt und Objekt, Mensch und Natur, Geist und Materie erklärt. Die ausführliche Behandlung dieser Frage sowie die entsprechenden Texte werden auf dieser Website www.phileuropa.de, Rubrik Lehre, wie alle anderen Lektionen auch, veröffentlicht.

Link: http://www.phileuropa.de/lehre/

In der Lektion 6 wurde dann im zweiten Teil der Unterrichtsstunde die weitere und letzte Frage der Theorie des „Ich verstehe“ behandelt, d.h. die Perspektive des logischen Monismus als richtige Weltauffassung anstelle der immer noch heute weit verbreiteten Auffassung des Dualismus.

Die Weltauffassung des logischen Monismus gründet sich auf der Präsenz der Vernunft (Kategorien) sowohl in der Natur (in einer unbewussten Form) als auch im Menschen (in bewusster Form) und somit erkennt die Vernunft als das Absolute, das sich zuerst als Materie (Natur) dann als Geist (Mensch) entwickelt.

Diese Erkenntnis schließt die Theorie des „Ich verstehe“ ab.

Sitzung von Donnerstag den 2. Juni 2016

In der Sitzung Nummer 5 wurde die eben begründete absolute Vernunft anhand von Hegels Wissenschaft der Logik in ihren Hauptprinzipien dargestellt.

Das Hauptmerkmal der absoluten Vernunft ist die Kreativität, die sich nach dem dialektischen Rhythmus der Aufhebung entfaltet.

Diese Kreativität ist das Wesen des Absoluten und, da die Vernunft das Wesen der Menschen ist, ist sie auch das Wesen aller Menschen. Alle Menschen tragen in sich das Absolute als eigenes Wesen, alle Menschen sind potentiell kreativ, und besitzen alle die Merkmale, die nach der religiösen Tradition die Merkmale von Gott sind. Strenggenommen sind alle Menschen in ihrem universellen Wesen, in dem also, was sie gemeinsam haben und nicht in dem, was sie unterschiedlich macht, Gott.

Mehr dazu an gleichem Link wie oben, wo der Text der Lektion 7 veröffentlicht wurde.

Ausblick auf die nächsten Sitzungen

In den folgenden 2 offiziellen Sitzungen (15. und 29. Juni) werden wir die ethischen und politischen Schlüsse aus dieser idealistisch-dialektischen Weltauffassung ziehen und somit zur Erkenntnis gelangen, welche die philosophische Identität von uns Europäern eigentlich ist.

(Dr. Marco de Angelis)

PS. Unsere Websiten:

http://www.phileuropa.de/ (Zentrum für Europäische Philosophie – Deutsch)
http://www.cdfe.it/ (Centro di Filosofia Europea – italiano)
http://www.filosofia-urbino.org/ (Seminartätigkeit in Urbino, Italien)
http://www.robert-wallace-in-italy.it/ (Website über den philosophischen Kongress Die Überwindung des Skeptizismuns und des Nihilismus bei Plato und Hegel)

Grundinhalt der dritten Sitzung des Seminars “Die philosophische Identität Europas“

Hiermit fasse ich zusammen, was wir bei der letzten Sitzung am 11. Mai 2016 durchgenommen haben und danach gebe ich einige Hinweise darauf, wie wir weitergehen werden.

Zurzeit beschäftigen wir uns mit der Problematik der Wahrheit, der Korrispondenz zwischen Ideen, woraus unser Wissen besteht, und der sogennanten ‚Realität‘. 

Wir haben unterschieden zwischen der Wirklichkeit, also der begrifflichen, gedanklichen Grundstruktur des Seienden, und der Realität, die die materielle Seite des Seienden ist. 

Die Wirklichkeit ist logisch notwendig, die Realität ist zufällig und kontingent. 

Das Seiende besteht in der Dialektik, im Zusammenspiel von beiden Seiten. 

Was wir mit logischer Genauigkeit erkennen können, ist die Wirklichkeit, da sie eben rein logisch ist. Die Realität können wir zwar auch erkennen, aber nicht nach logischer Notwendigkeit, da sie auch anders hätte sein können. 

Die Wirklichkeit entspricht dem, was Parmenides als Episteme (Erkenntnis der Wahrheit, Wissen) bestimmt hat; Realität entspricht dem, was bei Parmenides die Doxa, also die Meinung, ist. 

Der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität befindet sich insbesondere bei Hegel. Die Korrespondenz zwischen Ideen und Dingen haben wir auch bei Spinoza gefunden. Von beiden haben wir entsprechende Texte gelesen und kommentiert. 

Mit diesen Gedanken haben wir die Erklärung bezüglich der Eigentümlichkeit der Philosophie gegenüber den Wissenschaften zu Ende gebracht. Die Philosophie hat als Ziel, die Wirklichkeit zu erkennen, um aus diesem logischen Wissen einige Hinweise für die Ethik, also für die soziale und individuelle Zukunft der Menschen, abzuleiten. Die Wissenschaften dagegen haben als Objekt die Realität, sie erforschen das, was im Raum und Zeit geschieht. Die Prinzipien der Philosophie dagegen sind ewig, sie sind nicht von Raum und Zeit abhängig. 

Danach sind wir zur Punkt 4 des Inhaltsverzeichnisses vom Buch Philosophie für Alle herübergegangen, also zur Theorie des “Ich verstehe”. Diese Theorie besteht aus 3 Schritten: 

1.     Schritt: Wir sind “Verstehen” ob wir wollen oder nicht (Verstehen als unser Schicksal)

2.     Wie kommt es, dass wir verstehen? Die Vernunft (die Kategorien) als Bindeglied zwischen Menschen und Natur

3.     Die dynamische Einheit von Menschen und Natur als Logos bzw. Monos (die Weltauffasung des dynamischen Monismus ans die einzige, die logisch-wissenschaftlich begründet ist). 

Bei dem zweiten Teil der letzten Sitzung konnten wir uns mit dem 1. Schritt beschäftigen. Ich habe die Situation des Verstehens dargestellt. Wir verstehen die Weltprozesse, das ist sowohl faktisch als auch logisch beweisbar. 

Faktisch: Alle unsere Handlugen (von Händewaschen, zum Artz gehen bis zur Raumfahrt und den komplexeren Tätigkeiten des Menschen) setzten voraus, dass wir in der Lage sind, die Naturprozesse zu modifizieren, nachzumachen usw. Wir verstehe die Welt, die Natur, das ist eine Tatsache. Natürlich können wir alles noch besser verstehen, deshalb geht die Forschung weiter. Aber sehr viele Ergebnisse haben wir schon erreicht. 

Logisch: Derjenige, der meint, dass wir nicht in der Lage sind, die Welt zu verstehen und die Wahrheit zu erkennen, müsste wenigstens das erkannt haben und begründen können, d.h. aber dass er der Meinung ist, dass er das alles verstanden hat, also tritt er in Widerspruch mit sich selbst. Also das Verstehen kann sich selber nicht negieren, da es sich selbst somit ganz im Gegenteil behaupten würde. 

Skeptizismus ist also sowohl faktisch als auch logisch nicht haltbar. 

Die Frage ist also, nicht ob wir die Welt, das Seiende verstehen können, weil das sowohl faktisch als auch logisch sicher ist. Die wirkliche Frage ist, wie kommt es überhaupt, dass wir die Welt erkennen können, wie ist das überhaupt möglich? 

Die Antwort auf diese Frage bildet den Inhalt der Lektion 5 und damit werden wir uns in der ersten Hälfte der nächsten Sitzung beschäftigen, um dann in der zweiten Hälfte den Schritt Nr. 3 (dynamische Einheit von Menschen und Natur) zu untersuchen (Lektion Nr. 6 des Inhaltsverzeichnisses). 

(Dr. Marco de Angelis)

PS. Unsere Websiten:

http://www.phileuropa.de/ (Zentrum für Europäische Philosophie – Deutsch)
http://www.cdfe.it/ (Centro di Filosofia Europea – italiano)
http://www.filosofia-urbino.org/ (Seminartätigkeit in Urbino, Italien)
http://www.robert-wallace-in-italy.it/ (Website über den philosophischen Kongress Die Überwindung des Skeptizismuns und des Nihilismus bei Plato und Hegel)