Mit der 5. Sitzung unserer Seminare fürs Leuphana-Semester erfolgt die Wende von der theoretischen zur ethischen Philosophie

Mit der Erörterung der tiefen Bedeutung einer monistischen Weltauffassung haben wir bei der 4. Sitzung die Darstellung des theoretischen Teils des Systems der Philosophie zu Ende gebracht. Ergebnis davon ist, dass der Mensch in seinem Wesen logische Kreativität ist und diese darin besteht, ‚Begriffe‘, ‚Konzepte‘ auszuarbeiten und zu verwirklichen. Diese Tätigkeit allerdings ist auch die Tätigkeit des Absoluten, d.h. der Kraft, die dem Monos, dem Ganzen zugrundeliegt und überall im Universum sowie zu jederzeit neue Seienden schöpft, kreiert.

Dabei ist es hervorgekommen, wie wichtig es ist, das Denken richtig zu definieren. Insbesondere scheint das Denken als Vernunft nicht nur etwas Subjektives, sondern ebenso etwas Objektives zu sein. Es gibt selbstverständlich Vernunft im Menschen, es gibt aber auch Vernunft überall auf der Welt. Die Welt ist vernünftig strukturiert. Alles entwickelt sich nach einigen logischen Prinzipien, die dann die Grundlagen der Gesetze der Natur bilden. Diese logischen Prinzipien bilden  die Grundstruktur des ‚Monos‘, der einzigen Totalität von dem, was gibt (Welt, Universum, Seiendes, Ganzes usw. egal wie wir es ausdrücken wollen).

Wir können diese Prinzipien erkennen, indem wir unsere Vernunft erforschen, da eben diese Prinzipien sind die Kategorien, die reinen Begriffe, worüber insbesondere schon Aristoteles, Kant, Hegel geschrieben haben), worin unsere subjektive Vernunft besteht. Die Kategorien sind das Wesen der Vernunft, ihr Stoff, sozusagen.

Das Hauptmerkmal der Vernunft, also der Kategorien, ist die Kreativität. Die Kategorien sind nicht etwas Festes, sondern in ständiger Bewegung, in kontinuierlicher Entwicklung, und das bildet das Leben des Geistes. Wir sind eben ständig geistig in Bewegung, nie zufrieden, wir wollen immer etwas Neues erschaffen, erreichen im Leben.

Die Kreativität ist aber auch das Hauptmerkmal der Materie, also der Natur, die ebenso ständig in Bewegung, in Entwicklung ist. Es könnte nicht anders sein, weil eben die Vernunft also die Kreativität überall wirkt.

Diese Erkenntnis führt dazu, dem Menschen einen absoluten Wert, eine absolute Würde zuzusprechen. Der Mensch ist die Verkörperung der absoluten Vernunft, des Prinzips der Welt (im Sinne der ‚causa finalis‘).

Damit wird der Mensch als ‚absoluter Geist‘ definiert, d.h. der Mensch ist ein geistiges Wesen, das sich schon teilweise in der Religion, aber dann vollständig in der Philosophie mit dem Absoluten identifiziert.

Diese Auffassung des Absoluten gründet eine neue Zivilisation, eine philosophische Zivilisation. Dieser Zivilisation liegt eine philosophische Vernunftreligion bzw. Vernunftethik zugrunde.

Diesbezüglich werden wir einige sehr wichtigen Texte gelesen, und zwar aus Kants praktischer Philosophie und aus Hegels Philosophie des Geistes.

Kant fordert uns auf, die Menschheit sowohl in uns selbst als auch in den anderen Menschen immer als Zweck und nie als Mittel zu behandeln.

Hegel erklärt uns, dass die gegenseitige Anerkennung die Grundlage aller Formen des Zusammenseins ist, wie etwa Freundschaft, Familie, Staat und dass diese philosophische Haltung eine neue Phase in der Geschichte der Menschheit eröffnet.

Dem Verständnis dieser neuen philosophischen Zivilisation wollen wir uns in den letzten drei Sitzungen beider Seminare widmen.

(Dr. Marco de Angelis)

Einladung zur philosophischen Weihnachtsfeier am 11.12.2018

Nächsten Dienstag wollen wir zusammen eine kleine Weihnachtsfeier gestalten, in der wir munter und in gemütlicher Athmosphäre diskutieren können! Einen Ausblick auf die Themen findet ihr in der Einladung! Da aber ein hungriger Geist nicht denken kann und nicht inspiriert ist, wollen wir ein buntes Büffet zusammentragen! Jeder bringt was mit – dann wird es so super wie im Sommer!

Vorweihnachtliche Grüße von Ulrike, Patrick und Paula!

Einladung zum 18. Philosophietreffen der Diskussionsgruppe am 11.12.2018

Liebe Philosophiefreundinnen und -freunde,

hiermit lade ich Euch zum 18. Treffen unserer Phileuropa ‚Diskussionsgruppe‘ ein. Wir werden uns wie gewöhnt am Dienstag den 11. Dezember  (19.30 Uhr, Raum C14.203) treffen.

Es sind keine Referate vorgesehen, wir werden uns in Gruppen aufteilen und philosophische Fragen diskutieren, die Paula Gürtler zusammen mit anderen Teilnehmern vorbereiten wird.

Jeder kann an Paula (lg074158@stud.leuphana.de) eine Nachricht mit einer philosophischen Frage zukommen lassen.

Liebe Grüße,

(Dr. Marco de Angelis)

PS.Dazu:

  1. Protokoll des 17. Treffens der Diskussionsgruppe vom 27.11.2018 (s. unten auf dieser Homepage)
  2. Protokoll der Treffen der Aktiv-Gruppen am 28. Und 29.11.2018 (s. unten auf dieser Homepage)
  3.  Hier ist das Link zu den Audiodateien: https://www.dropbox.com/sh/scxg9q1uni8dtqe/AAB1m5zpA1pZdMNBA2GX47uNa?dl=0
  4. Videodateien sind vorhanden und von mir zu bekommen.

Protokoll der 3. Sitzung von PhilEuropa Lüneburg am 28.11.2018 (Aktivgruppen)

Treffen der Aktiv-Gruppen Finanzierung und Politik am 28.11.2018 – Protokoll

Die Philosophie-Gruppe am Dienstag ist ein Raum für Diskussionen, in dem unterschiedliche Themen offen besprochen werden können, jede*r willkommen ist und vor allem neue Mitglieder aus den Seminaren e von Herrn de Angelis aufgenommen werden. Darüber hinaus sind nun „aktive Gruppen“ geplant, die in Aktion treten, etwas Konkretes erarbeiten und philosophisch relevante Aspekte nach außen tragen.

Es soll mehrere kleine Gruppen geben, die sich aktiv mit jeweils einem bestimmten Thema auseinandersetzen und ein Ziel haben, an dem sie arbeiten. Als Themen sind bisher die Umsetzung einer philosophischen Zeitschrift, die Finanzierung der Initiativen sowie die Vorbereitung und Gründung einer philosophischen Bewegung bzw. Partei angedacht. Dabei bilden sich die Gruppen aus Herrn de Angelis und wenigen anderen Personen, zu denen im Laufe der Zeit mehr Mitglieder dazukommen können.

Momentan formen sich vor allem die Gruppen zur Finanzierung der Initiative und zu den inhaltlichen Grundsätzen einer philosophischen Partei und heißen gerne weitere Mitglieder willkommen. Ab Januar sollen zwei weitere AktivGruppen starten, und zwar eine erste Gruppe, die sich mit der philosophischen deutsch-italienischen Zeitschrift beschäftigen wird, und eine zweite Gruppe, die sich darüber Gedanken machen wird, wie ein philosophisches (europäisches, weltweites) Schulsystem aussehen soll.

Aktivgruppe Finanzierung

Beim ersten Treffen hat die Gruppe beschlossen, über die Möglichkeiten nachzuforschen, Finanzierungen für unsere Projekte zu finden. Dabei sind 3 Hauptrichtungen identifiziert worden:

  1. Europäische Projektgelder ERC (Europäisches Forschungsrat): https://www.eubuero.de/erc.htm
  2. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG): http://www.dfg.de/
  3. Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD): https://www.daad.de/de/
  4. Verschiedene Einzelstiftungen: https://www.stiftungen.org/startseite.html

In den kommenden Monaten soll intensiv nach einer Finanzierung gesucht werden, damit Projekte wie die philosophische deutsch-italienische Zeitschrift und andere in die Wege geleitet werden können.

Aktivgruppe Politik

Die Gruppe, die sich heute getroffen hat, wird sich mit der Vorbereitung und Gründung einer philosophischen Partei bzw. Bewegung beschäftigen. Dabei ist geplant, die Grundsätze einer solchen Partei zu diskutieren und aufzustellen. Dieser europäischen/weltweiten/kosmopolitischen Partei soll der Gedanke zugrundeliegen, dass Europa als Staatengemeinschaft bzw. als Staat eine neue und gerechtere Denkweise vertreten sollte.

 „Europa soll ein Staat sein, dem – auch laut seiner Verfassung –  die Philosophie statt der Wirtschaft zugrundeliegt. Europa soll nicht im wirtschaftlichen und politischen Sinne den eigenen Vorteil verfolgen, sondern sich zum allgemeinen Gemeinwohl bekennen und für das Wohlergehen der gesamten Menschheit einstehen.“

Dieser Grundsatz würde eine fundamentale Änderung bestehender Auffassungen und Handlungsweisen bedeuten und könnte die Zustände auf der Welt nennenswert verändern. Die Idee hängt auch mit dem Gedanken zusammen, dass Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg bedeutet, sondern auch Frieden mit sich selbst und anderen –  also auch damit, alles Mögliche zu tun, um zum Wohlergehen aller Menschen beizutragen. Wie kann man in Frieden mit sich selbst sein, wenn man sich dessen bewusst ist, dass so viele Menschen, darunter Kinder, nicht einmal etwas zu essen auf dem Tisch haben? Oder wenn man sich der Gefahr bewusst ist, der die Umwelt und somit die Lebensgrundlage der Menschheit ausgesetzt ist?

Sich für den Frieden einzusetzen, was laut Manifest von Ventotene der ursprüngliche Sinn des europäischen Projekts ist, bedeutet also weitaus mehr als Abwesenheit von Kriegen. Das Projekt ‚Europa‘ hat also einen weltweiten, kosmopolitischen, philosophisch tiefen Sinn.

Es ist als ein Ziel angedacht, diese Bewegung auf europäischer Ebene Ende 2019 formal zu gründen, nachdem Statute und Grundsätze erarbeitet wurden, und sich ab 2020 damit zu beschäftigen, was daraus werden kann. Insgesamt scheint eine Bewegung notwendig, die zukunftsorientierte Gruppen und Personen verbindet und damit eine große Veränderung möglich macht. Oft sind Bewegungen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, gespalten, obwohl sie ähnliche Ziele haben. Sie sollten durch einen „gemeinsamen Nenner“ geeint werden, damit sie stärker werden können. Die Philosophie könnte so einen gemeinsamer Nenner bilden und als ‚philosophische Bewegung‘ andere Gruppen und Strömungen vereinen.

Für die Gruppe, die sich damit beschäftigt, ist zuerst eine eher theoretische Beschäftigung mit dem Thema und den Grundlagen geplant. Als Erstes sollen die Grundsätze und die Statute der neuen philosophischen Bewegung erarbeitet werden. Dazu gibt es die Überlegung, eine Art Glossar für die oft verwendeten Begriffe zu erstellen sowie wichtige Textstellen aus den Originalwerken von Plato, Rousseau, Kant, Hegel, Marx und anderen wichtigen Philosophen gemeinsam zu lesen. Diesbezüglich ist auch zu überlegen, ob die Lektüre als ein offizieller Kurs an der Universität, zum Beispiel im Rahmen des Minors Philosophie bzw. des Komplementärstudiums, anzubieten wäre. Auf diesen Grundlagen, die im Wesentlichen in dem von Herrn de Angelis verfassten Buch und den zugrundeliegenden Theorien bestehen, können die Grundsätze und Statute der europäischen/kosmopolitischen philosophischen Bewegung bzw. Partei diskutiert und erarbeitet werden.

(Ada Huntebrinker, Marco de Angelis)

 

 

Protokoll der 17. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg am 27.11.2018 (Diskussionsgruppe)

Protokoll des 17. Treffens von PhilEuropa Lüneburg
Dienstag, den 27. November 2018 (19:30 bis 22:00)
Leuphana Universität Lüneburg

Referate:

1. Referat: Zur Aktualität von Kants Religionsschrift – Jannis Kallinich 2. Referat: Ideen zu einer europäischen Schule – Patrick Schulz

Jannis führt in das Thema ein. Kant unterscheidet zwischen dem statutarischen Gesetz und dem moralischen Gesetz. Dabei sollen die Gebote Gottes den Menschen durch Verbote negativ sensibilisieren. Der Mensch muss jedoch zeitlebens sich gegen „böse“ Entscheidungen/Taten wehen. Das Ziel sei es unter Tugendgesetzen (Vernunft-vorstellungen) eine Gesellschaft zu bilden.

Man benötigt für eine solche Gesellschaft einen ethischen Gesetzgeber. Des Weiteren strebt Kant die „unsichtbare Kirche“ an, was meint, alle Menschen in einem Gemeinwesen zusammenzuführen, um nach den Tugendgesetzen zu leben. Regelungen würden in einer Schrift festgehalten und können grundsätzlich weiterentwickelt, aber nicht aufgehoben werden.

Patrick führt in das Thema ein. Wenn man die Schule einordnet, so ist diese eine Institution mit einem Bildungsauftrag, welcher von der organisatorischen Einheit bestimmt wird. Darüber hinaus soll die schulische Bildung das Ziel der Mündigkeit der SuS verfolgen. Durch den Beutelsbacher Konsens wurden das Überwältigungsverbot, das Kontroversitätsgebot und die Schülerorientierung festgeschrieben, welches der Lehrkraft Grenzen setzt.

Einige Perspektiven zeigt Patrick auf, was in einem zukünftigen Bildungssystem wichtig ist (Einheitsschule – Inklusion statt Selektion, Berufsschulen mit Hochschulen gleichsetzen). Auch Baustellen zeigt er auf (Religionsunterricht – wichtig oder kann weg?). Zur Debatte stand unter anderem die Wissen- und Kompetenzvermittlung sowie die Stellung des Fachs „Philosophie“.

(Malte Harlapp)

PS. Von dieser Sitzung sind Audio- und Videoaufnahmen vorhanden

Die 3. Sitzung beider Philosophieseminare fürs Leuphana-Semester hat ein Zeichen gesetzt! (21.11.2018)

Es ist heutzutage eine weitverbreitete Meinung, dass es keine objektive, absolute Wahrheit gibt.  Daraus resultieren zwei Denk- und Lebenseinstellungen, Skeptizismus und Relativismus, die sich dann besonders in der  Ethik bemerkbar machen und verheerende Folgen haben. Wenn es keine objektive Wahrheit gibt, dann gibt es auch keine objektive, allgemeingeltende Werte Es ist alles richtig, Rassismus ist ebenso richtig wie Menschenliebe. Das wollen wir natürlich nicht, so ist es absolut wichtig, die Fähigkeit des Menschen zu verstehen und zu begründen, Wahrheit zu erlangen. Das Gegenteil wäre in der Tat für die menschliche Gesellschaft fatal. Ein Minimum an Konsens über die Werte, wie etwa Respekt, Freiheit, Demokratie usw., ohne die selbst das Zusammenleben der Menschen unmöglich ist, ist in der Tat in jeder Gesellschaft absolut nötig. Ohne allgemeingeltende Werte würde es auch keine Menschenrechte geben wie auch keine Orientierung im Leben, die im Prinzip für alle gelten kann.

 In dieser Sitzung haben wir damit begonnen, die theoretischen und praktischen Gründe für die Objektivität und Absolutheit der Wahrheit zu erläutern. Es handelt sich um die von uns entwickelte Theorie des ‚ich verstehe‘. Diese ist in den Lektionen 4-6 des Buches Philosophie für alle behandelt.

Diese Theorie wird vor allem durch eine Umkehrung des Blickpunktes gekennzeichnet, aus dem wir die Objektivität bzw. die Welt betrachten. Das alltägliche Leben wie auch die obenerwähnten philosophischen Auffassungen des Skeptizismus und des Relativismus verbergen einen ‚dualistischen‘ Standpunkt. Damit ist gemeint, dass der Mensch, das Subjekt, sich von der Natur, vom Objekt, völlig unterschieden ansieht und die Natur als etwas ‚Fremdes‘ ansieht, etwas das außen ihm gegenüber ist. Subjekt und Objekt stehen sich aus der Perspektive dieses Blickpunktes  gegenüber, das Subjekt betrachtet die Welt als etwas, das vor ihm steht.

Aus dieser Perspektive heraus entwickelt sich die Problematik der Wahrheit, d.h. einer korrekten Korrespondenz zwischen dem, was das Subjekt vom Objekt weiß, und dem, was das Objekt an sich ist. Der letzte große, weltberühmte Philosoph, der diese Problematik besonders intensiv behandelt, hat, ist Immanuel Kant gewesen. Sein Hauptwerk Die Kritik der reinen Vernunft  ist genau aus diesem Blickpunkt heraus verfasst worden.

Die Trennung von Subjekt und Objekt, Geist und Materie, Mensch und Natur hat auch gravierende Folgen in der Ethik. Die verheerendste ist die Spaltung des Menschen in Seele und Körper, so dass die Sinnlichkeit, die Gefühle, die Leidenschaften und im Allgemeinen alles, was im menschlichen Körper seinen Ursprung hat,  als etwas Negatives, als Sünde betrachtet wird. Die christliche Religion und die monotheistischen Religionen überhaupt vertreten z.B. Moraltheorien, die das Glück des Menschen nicht in diesem materiellen Leben auf Erden, sondern in einem völlig spirituellen Leben im Jenseits ansehen.

Allen diesen Theorien, die unser Alltag nicht nur in der Vergangenheit bestimmt haben, sondern noch heute die Lebensweise von Millionen von Menschen prägen, liegt eben eine dualistische Vision des Verhältnisses zwischen Subjekt und Objekt zugrunde.

Dagegen hat sich in der Vergangenheit die gegensätzliche Auffassung gestellt, die des ‚Monismus‘. Während Dualismus kommt aus dem Lateinischen ‚duo‘, also zwei, das Wort ‚Monismus‘ kommt aus dem altgriechischen ‚Monos‘, d.h. ‚eins‘.

Dieser Auffassung nach sind Subjekt und Objekt eine untrennbare Einheit, sie sind ein einziges Ding, das zwei verschiedene Aspekte hat, ein materielles – die Natur als Materie und ‚Außenwelt‘ – sowie ein geistiges, der Mensch als Seele und ‚Innenwelt‘. Die ‚Innenwelt‘ unserer Seele ist aber gleichzeitig Teil der Außenwelt, die sie wiederspiegelt und zu erkennen versucht. Die Außenwelt ist, sozusagen, der Behälter, in dem die seelische Innenwelt lebt und tätig ist.

Das, was auf der Welt also richtig existiert, ist also das ‚Monos‘, das die Philosophen dieser Denkrichtung verschieden formuliert haben (z.B. der griechisch Parmenides im vierten Jahrhundert v. C. als ‚das Seiende‘, Spinoza im siebzehnten Jahrhundert als ‚die Substanz‘ von allem, Hegel im neunzehnten Jahrhundert als ‚das Absolute‘ usw.). Das Monos ist das Ganze, wovon Geist und Materie, Mensch und Natur die zwei Hauptteile darstellen.

Die Ergebnisse der Naturwissenschaften, z.B. die Evolutionstheorie, beweisen heutzutage die Richtigkeit einer solchen monistischen Weltauffassung.

Aus diesem ganzheitlichen Standpunkt heraus lässt sich sowohl die erkenntnistheoretische Problematik der Wahrheit als auch die ethische Problematik des Verhältnisses zwischen Körper und Seele im Menschen einfach lösen. Da die Menschen ein Teil der Natur sind, insbesondere derer selbstbewusstes und freies Teil, sind sie ihr total angepasst und deshalb fähig, mit der Natur zu kommunizieren, sie zu verstehen, also die Wahrheit zu erkennen. Die Menschen sind also wahrheitsfähig, genauso wie sie gehfähig, sprachfähig usw. sind. Was die Ethik betrifft, sind die Hauptinstinkte, die den Menschen zu Handlungen bewegen, in sich ‚gut‘, da sie in der Natur verankert sind und zu einem glücklichen Leben auf dieser Erde, nicht erst im Jenseits, führen können.

Diesbezüglich lässt es sich noch viel mehr sagen, was wir im Unterricht auch gesagt haben und sowohl in den entsprechenden Audioaufnahmen zu hören ist als auch in den Lektionen 4-6 des Buches Philosophie für alle, wo alles dargestellt und begründet wird, gelesen werden kann.

Nachforschungszweige sind in diesem Bezug folgende Begriffe und Themen:

Erkenntnistheorie,
Wahrheitstheorie
Subjekt-Objekt
Körper-Seele
Relativismus
Skeptizismus
Dualismus
Monismus

Die Philosophen, die erwähnt worden sind: (Parmenides, Bruno, Spinoza, Kant und Hegel.

Jeder von diesen Themen könnten Gegenstand der Hausarbeit sein.

Am Montag, den 26. November, gehen beide Seminare weiter. Es wird die Begründung der Richtigkeit einer monistischen Welt- und Menschenauffassung abgeschlossen sowie die Schlüsse für die entsprechende Menschenauffassung gezogen. Danach werden sich dann ab der 5. Sitzung die Seminare auf verschiedenen Schienen weiterentwickeln: Das eine wird eher die politische Theorie des Staates und der Menschenrechte behandeln, während das andere sich vornehmlich mit der Theorie einer glücklichen Lebensführung beschäftigen wird. Da es aber keine glückliche Lebensführung in einem ungerechten Staat geben kann, werden sich auch in den folgenden Sitzungen die Themen beider Seminare unausweichlich kreuzen sowie sich aufeinander beziehen.

(Dr. Marco de Angelis)

 

 

Einladung zum 3. Philosophietreffen der Aktivgruppe am 28.11.2018

Einladung zum 3. Treffen der Aktivgruppe am 28.11.2018

Liebe Philosophiefreundinnen und -freunde,

hiermit lade ich Euch zum 3. Treffen unserer Phileuropa ‚Aktivgruppe‘ ein. Wir werden uns am Mittwoch 28. November treffen. Hier folgt das Programm.

Mittwoch, den 28.11.2018 (Raum C14.203, ab 19 Uhr)

(Tag und Uhrzeit können sich nach der Verfügbarkeit der interessierten Teilnehmer richten, sind keinesfalls fest)

Aktion Nr. 1: Suche nach einer Finanzierung für unsere Tätigkeiten (Durchführung: Marco de Angelis und ?)

 Aktion Nr. 2: Gestaltung der Facebook –Seite (sowie weiterer Online-Präsenz)
(Durchführung: Marco de Angelis, Anna Bringmann und ?)

Aktion Nr. 3: Erarbeitung einer philosophischen deutsch-italienischen (auch französischen ?) Zeitschrift von Studierenden für Studierende
(Durchführung: Marco de Angelis, Gila La Mela, Sara Zwischenbrugger, Beatrice von Braunschweig und ?)

Aktion Nr. 4: Kontakt zu der Wochenzeitung Die Zeit (neue philosophische Rubrik)
(Durchführung: Marco de Angelis, Georg Boldyreff und ?)

Aktion Nr. 5: Kontakt zu der Partei ‚Die Linke‘
(Durchführung: Marco de Angelis, Nils Bassen und ?)

Aktion Nr. 6: Kontakt zu der Partei ‚Die Grünen‘
(Durchführung: Marco de Angelis, Malte Harlapp und ?)

Aktion Nr. 7: Kontakt zu Umweltgruppen

(Durchführung: Marco de Angelis, Ada Huntebrinker und ? )

Aktion Nr. 8: Kontakt zu Diem25
(Durchführung: Marco de Angelis und ?)

Aktion Nr. 9: Kontakt zu den Pro-Europa-Bewegungen
(Durchführung: Marco de Angelis und ?)

Aktion Nr. 10: Kontakt zu außereuropäischen Parteien und Bewegungen
(Aktion Nr. 11: Marco de Angelis und ?)

Aktion Nr 11: Grundlinien eines europäischen bzw. weltweit einheitlichen Schulsystems

(Durchführung: Marco de Angelis, Patrick Schulz und ?)

Aktion Nr. 12: Erarbeitung einer philosophischen Welt- bzw. Europaverfassung bzw. der Statuten der philosophischen Europa- und Weltpartei

(Durchführung: Marco de Angelis und ???)

Natürlich wird nicht mit allen Aktionen am Mittwoch beginnen,  ich wollte hier nur zeigen, in welchen Bereichen man aktiv werden könnte und sollte. Eine Aktion kann auch nur von mir und einem einzigen Teilnehmer durchgeführt werden. Deswegen können dann die Termine frei vereinbart werden und den Kontakt auch locker über skype bzw. Mail fortgeführt werden. Über alle diese Aktionen kann ich gerne kurz referieren und sie erklären. Über einige davon haben wir schon in den vorhergehenden Treffen der Aktivgruppe diskutiert.

(Dr. phil. Marco de Angelis)

Einladung zum 17. Philosophietreffen der Diskussionsgruppe am 27.11.2018

Einladung zum 17. Philosophietreffen am 27.11.2018

Liebe Philosophiefreundinnen und -freunde,

hiermit lade ich Euch zum 17. Treffen unserer Phileuropa ‚Diskussionsgruppe‘ ein. Wir werden uns am Dienstag den 27. November treffen. Hier folgt das Programm.

Dienstag, den 27.11.2018

Raum C14.203, ab 19:30 Uhr

Voraussichtliches 1. Referat:

19.45-20.45

Patrick Schulz

Ideen zu einer europäischen Schule

 20.45-21.00: Pause

21.00-21.45

Marvin Lauenburg

Die kantsche Vernunftreligion der „unsichtbaren Kirche“
als Orientierung für das Leben in der heutigen Zeit

und / oder

Jannis Kallinich

Zur Aktualität von Kants Religionsschrift.

Eine Zusammenfassung des ersten und dritten Stückes aus
„Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“

 21.45-22.00: Planung der nächsten Sitzung und Abschied

(Dr. phil. Marco de Angelis)

Protokoll der 3. Sitzung von PhilEuropa Lüneburg am 14.11.2018 (Aktivgruppe)

Treffen der Aktiv-Gruppe am 14. November 2018 – Protokoll

  1. Überlegungen zur Diskussionsgruppe

Diskussionen in der Philosophie-Gruppe

  • In den Diskussionen der Philosophie-Gruppe scheint teilweise der Fokus verloren zu gehen, weil sehr viele unterschiedliche Themen (teils auch bereits Besprochene) angesprochen werden. Dadurch können die Gespräche unpräzise werden und Themen können nicht tiefgehender und ausführlicher diskutiert werden. Bei der nächsten Sitzung (oder bereits in der Einladung dazu) soll es deshalb einen Hinweis geben, dass sich jede*r Einzelne selbst darum bemühen sollte, die Redebeiträge nicht zu lang zu gestalten und möglichst am Thema zu bleiben, damit das Gespräch konstruktiv verläuft.

Bekanntheitsgrad und Zielgruppe

  • Eine Sorge besteht darin, dass durch größere Bekanntheit mehr Menschen zur Philosophie-Gruppe kommen können, die kein Seminar bei Herrn de Angelis besucht haben und deshalb die philosophischen Begriffe nicht im gleichen Sinn verwenden, sodass es zu einer Art Verlust der Begriffe kommt.
  • Eine Lösung bzw. Kommentar dazu: Teilnehmer*innen, die kein Seminar von Herrn de Angelis besucht haben, sind nach wie vor willkommen. Es soll ein Glossar auf der Internetseite www.phileuropa.de geben, das die Begriffe erklärt. So können neue Teilnehmer*innen sich vorbereiten und auch Leute, die schon lange dabei sind, können Begriffe und Definitionen nachschlagen.

Medien und Kommunikation nach außen

  • Die Philosophie-Gruppe soll mehr nach außen kommunizieren und Inhalte veröffentlichen.
  • Dazu hat Anna Bringmann eine Facebook-Seite erstellt (vorläufiger Titel „Philosophie für alle“), auf der Inhalte und Links zu Protokollen und Videodateien geteilt werden sollen. Die Einladungen zu neuen Treffen sollen nicht dort veröffentlicht werden. Die Facebook-Seite wird zeitgleich mit neuen Einträgen auf der Phileuropa-Seite aktualisiert.
  • Möglich wäre auch, dass alle Mitglieder Zugriff auf die Facebook-Seite bekommen und auch Beiträge zu anderen, relevanten philosophischen/politischen Themen dort gepostet werden können.
  • Es soll einen weiteren YouTube-Kanal geben, auf dem Videos der Philosophie-Gruppe hochgeladen werden. Dabei soll es jeweils ein Video eines Vortrags und anschließend weitere Videos der Diskussion geben. Die Videos sollten nicht zu lang sein und mit einer Beschreibung bzw. einen kurzen Infotext versehen sein.
  • Eine weitere Möglichkeit ist, Audiodateien der Sitzungen auf Spotify zu veröffentlichen.
  • Insgesamt ist es wichtig, Inhalte weiter zu verbreiten und bekannt zu machen. Bei der nächsten Sitzung der Philosophie-Gruppe soll deshalb einmal auf alle Facebook-/Internetseiten und sonstige Präsenz hingewiesen werden, damit alle Mitglieder davon wissen. Diese können dann den Gruppen beitreten, daran teilhaben und die Inhalte weitertragen.
  1. Überlegungen zur Aktivgruppe 

Aktiv-Gruppe

  • Es besteht die Idee, neben der Philosophie-Gruppe eine weitere Gruppe zu gründen, die kleiner ist und sich damit beschäftigt, in konkreteren Projekten und nach außen hin aktiv zu werden.
  • Dabei kann es sich um Projekte wie eine Zeitschrift, politisches Engagement, aber auch Diskussionen und Gespräche usw. handeln.
  • Dabei sollen alle Mitglieder die Möglichkeit haben, kleine Beiträge zu leisten, weil viele Leute nicht sehr viel Zeit für weiteres Engagement aufbringen können.
  • Insgesamt soll es ein Vorgehen Schritt für Schritt geben, das kontinuierlich vorankommt, aber nicht überhastet oder überfordernd ist.
  • Die Treffen sollen nicht regelmäßig zu einem festen Termin, sondern nach Bedarf, konkretem Anlass und Absprache stattfinden. 

Gründung einer „philosophisch-wissenschaftlichen Partei/Bewegung“

  • Aktuell existierende Parteien haben, verbreiten und handeln nach Teilwahrheiten. Die Philosophie könnte diese Teilwahrheiten zusammenbringen, und das Beste aus allen finden und vereinen. Deshalb bräuchte es eine philosophisch-wissenschaftliche Bewegung, die diese Verbindung schaffen kann.
  • Es soll (im Jahr 2019?) eine internationale/europäische philosophische Partei eingetragen werden. Sie soll wissenschaftlich und nicht ideologisch sein und nicht im Interesse einer bestimmten Gruppe oder Klasse, sondern im Sinne aller Menschen handeln.
  • Vor und bei der Bildung dieser Partei soll nichts überstürzt werden. In der Politik-Gruppe geht es zunächst darum, Inhalte und mögliche Statute zu durchdenken und zu besprechen. (Ist es überhaupt möglich und sinnvoll, eine Partei zu gründen? Wie könnte diese konkret aussehen und funktionieren? Wie könnten die Grundsätze lauten?)

Es gibt mehrere europäische Parteien, beispielsweise VOLT und DiEM25. Der Ansatz wirkt vielversprechend, aber den Parteien scheint es an Grundsätzen und auch an konkreten Ideen zu fehlen. Die Politik-Gruppe könnte versuchen, mit diesen Parteien ins Gespräch zu kommen.

  • [Als weit entferntes Ziel wäre es, statt Gründung einer eigenen Partei, auch möglich, das Statut für eine dieser Parteien zu schreiben].
  • Zunächst hat die Politik-Gruppe vor, dass sich alle ein wenig über VOLT und DiEM25 informieren und beim nächsten Treffen über die Inhalte und Ideen diskutieren.

 Finanzierung

  • Zur finanziellen Unterstützung ihrer Aktivität kann die Politik-Gruppe sich um Förderung durch Stiftungen bemühen. Es besteht die Idee, gemeinsam Bewerbungstexte zu formulieren und an passende Organisationen und Programme zu verschicken.

Philosophische Zeitschrift

  • Eine weitere Idee ist es, eine philosophische Zeitschrift von und für Studierende zu gestalten. Sie würde in deutscher und italienischer Sprache sein und von Studierenden verfasste Beiträge enthalten.
  • Jede Ausgabe sollte ein bestimmtes philosophisches bzw. politisches Thema haben, z.B. die Anerkennung, die Idee eines Weltstaats (oder auch Themen wie die Sustainable Development Goals aus philosophischer Sicht).
  • Die Ausgaben können (zunächst) eher selten erscheinen, z.B. einmal pro Semester oder pro Jahr, damit die Fortsetzung nicht zu eilig wird und ausreichend Beiträge gefunden werden können.
  • Mögliche Inhalte wären: Kurzfassungen von Hausarbeiten, Texte von Studierenden oder auch Mitgliedern der Philosophie-Gruppe, ein philosophischer Kalender, Cartoons…
  • Insgesamt soll die Zeitschrift nicht hochwissenschaftlich, sondern allgemein verständlich gehalten werden und ein entspanntes Layout haben. Auf Deutsch verfasste Texte würden von Herrn de Angelis und anderen Mitgliedern der Gruppe ins Italienische übersetzt werden.

(Ada Huntebrinker)

 

Protokoll der 16. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg am 13.11.2018 (Diskussionsgruppe)

Protokoll des 16. Treffens von PhilEuropa Lüneburg
(Diskussionsgruppe)

Dienstag, den 13.11.2018 (19:30-22:00 Uhr)

Leuphana Universität, Lüneburg

Die 16. Sitzung der Philosophiegruppe Lüneburg beginnt mit einem Vortrag von Emina Hupe über ihre Hausarbeit mit dem Titel „Philosophie der Zukunft. Der Mensch als vernünftiges Gefühlswesen“.  Zu Beginn thematisiert sie den Dualismus, der unsere Gesellschaft so sehr prägt. Hier arbeitet sie verschiedene Kategorien aus: Entfernung des Menschen von der Natur, zwischenmenschliche Trennung, Trennung von Gefühl und Verstand und wie dieser Dualismus auch Anwendung in der Wissenschaft findet. Diese Dualismen stellen immer eine Unterscheidung in zwei getrennte Einheiten dar. Sei es eine Trennung in Subjekt und Objekt, Ursache und Wirkung, innen und außen, oder eben in Gefühl und Verstand. Jener letzte Dualismus fällt heutzutage meist zum Vorteil des Verstandes aus, der sehr hochgehalten wird und als erstrebenswertes Leitprinzip gilt. In dieser Entwicklung spielte die Aufklärung einen wichtigen Katalysator dar.

Diese Trennung kann jedoch auch gefährlich sein für Menschen, wenn sie zum Beispiel für militärische Zwecke instrumentalisiert wird. Beispielsweise werden die Gefühle weitestgehend aus der Gleichung genommen, wenn ferngesteuerte Kampfdrohnen eingesetzt werden, oder Menschen nur noch als Zahlen gesehen werden. Emina Hupe arbeitet daraufhin ein Verständnis von Philosophie heraus, als eine Wissenschaftsdisziplin, die die Trennungen zwischen den anderen Disziplinen überbrücken kann und sollte. Als „Liebe zur Weisheit“ sollte sie jedoch auch den Dualismus von Gefühl und Verstand überwinden und diese in der Vernunft vereinen, da Weisheit mehr als reines Wissen ist.

Anschließend leitet sie eine Diskussion ein, zu der Frage, welche Bedeutung Gefühle heute für den Menschen haben, welche Bedeutung haben sollten und ob es richtig ist, den Verstand-Gefühl-Dualismus zugunsten des Verstandes auszulegen. In der Diskussion werden zahlreiche Aspekte und verschiedenste Argumente genannt. Zum einen wird auf die Rolle des Kapitalismus und die Folgen der Entfremdung, wie Marx sie darlegte, hingewiesen und dass die Massentierhaltung als eine Folge gelten kann, sowie die Entkopplung des Finanzwesens. Auch auf die Abhängigkeit der Frage danach, welches Prinzip – Verstand oder Gefühl – unser Handeln leiten sollte, von dem Lebensbereich abhängig sei. In der Ethik beispielsweise, stellt sich die Frage ob man eine Beurteilung über falsch und richtig, bzw. gut und schlecht, überhaupt treffen könnte oder ob es schließlich doch nur eine Kostenaufrechnung sei. Diese Frage ist auch vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung und Technisierung interessant, z.B. in der Frage, wie autonom fahrende Fahrzeuge in einer unvermeidbaren Unfallsituation „entscheiden“ würden. Eine Tatsache, die sich nicht leugnen ließ, ist, dass der Mensch letztendlich aber aus Gefühl und Verstand besteht, sich dies nicht ändern oder trennen lässt.

Emina Hupe weist daraufhin, dass Gefühle in allen Lebensbereichen eine Rolle spielen und auch eine wichtige Komponente spielen. In ihrer Hausarbeit hat sie sich eher mit positiven Gefühlen befasst und stellt die These auf, dass negative Gefühle auch positiv gedeutet werden können: als ein Warnsystem, da Gefühle auch sehr viel ursprünglicher und schneller sind. Häufig erkennen wir die Warnzeichen jedoch erst retrospektiv. Der große Nachteil ist, dass sich Gefühle manipulieren lassen, weshalb wir uns oftmals von ihnen distanzieren. Sind wir nicht im Gleichgewicht, verleiten Gefühle meist zu schlechten Entscheidungen. Diesem könnte man vielleicht entgegenwirken, wenn ein Umgang mit Gefühlen Teil der Schulbildung würde. Man kann argumentieren, dass Gefühle alle Urteile, die wir fällen, beeinflussen. Auch Richter, so die These, verlässt sich nicht nur auf die Gesetze, da er um die Begrenztheit der Gesetze weiß. Daraus ergab sich die Frage, ob Gesetze dem Verstand „entspringen“ oder aus dem Gefühl. Dem Gesetz zu gehorchen bedeutet ja aber oftmals, gefühlsbasiertes bzw. impulsives Verhalten zu unterdrücken.

Insgesamt scheint es, dass Gefühle unvermeidlich zu unserem Leben gehören. Sie können ein spaltendes Element, aber auch ein verbindendes sein. Wichtig ist, sich seiner Gefühle bewusst zu sein und auch Verantwortung zu übernehmen. Doch auch seiner Gedanken muss man sich bewusst werden, auch, dass man häufig einen Gedankenpfad wieder und wieder benutzt oder zu vorschnellen Urteilen kommt. Durch gründliche Reflektion und Bewusstmachung innerer Vorgänge, liegen sowohl in Gefühlen, als auch im Verstand, sowie in der Kombination der beiden großes Potential. Der Gedanke kam auch auf, ob eine Revolution, die der Beginn eines Weltstaates sein könnte, ohne Gefühle stattfinden würde? Wäre die Französische Revolution passiert, ohne, dass Gefühle im Spiel gewesen wären? Dies fordert heraus, nochmal die Rolle von Gefühlen in unserer Gesellschaft zu überdenken und nicht gleich dem reinen Logos das Feld zu überlassen.

(Paula Gürtler)